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EM-Qualifikation : 3:0 gegen Island - Deutschland fährt zur EURO 2004

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Geschafft: Kahn läßt die Muskeln spielen Bild: AP

Durch ein überzeugendes 3:0 gegen Island qualifiziert sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft für die Europameisterschaft im nächsten Jahr in Portugal. Ballack, Bobic und Kuranyi treffen.

          Der WM-Zweite Deutschland hat einen souveränen Schlußpunkt unter die Qualifikation zur Europameisterschaft gesetzt: Mit einem überzeugenden 3:0 (1:0) gegen Island sicherte sich die Fußball-Nationalmannschaft am Samstag in Hamburg die Qualifikation zur EURO 2004.

          Nach Toren von Michael Ballack (9. Minute), Fredi Bobic (59.) und Kevin Kuranyi (79.) vor 50.780 Zuschauern in der ausverkauften AOL-Arena blieb das Team von Rudi Völler auch im achten Ausscheidungsspiel ungeschlagen und schloß die Gruppe 5 als überlegener Sieger ab. Mit dem Erfolg leistete die Mannschaft zugleich Schützenhilfe für den früheren Bundestrainer Berti Vogts, dessen Schotten nach der Niederlage der Isländer und einem eigenen 1:0 gegen Litauen als Gruppen-Zweiter zwei EM-Relegationsspiele bestreiten darf. „Wir haben den Druck gespürt“, gab Teamchef Völler nach dem Sieg zu. „Aber meine Mannschaft hat gut reagiert.“

          Ballack von Beginn an dominierend

          Die deutsche Mannschaft unterstrich von der ersten Minute an, daß sie nicht gewillt war, sich mit dem zur Qualifikation ausreichenden Punktgewinn zufriedenzugeben. Unter der Regie von Ballack, der nicht den Eindruck hinterließ, als sei er durch seine Knöchelverletzung gehandicapt, spielte Völlers Elf auf dem holprigen Hamburger Rasen schwungvoll und risikoreich. Der Bayern-Spieler, der im Laufe der Woche nur eine Trainingseinheit mit dem DFB-Team absolviert hatte, erwies sich wieder einmal als Meister der Effizienz und unterstrich nicht zuletzt mit seinem 14. Länderspiel-Tor seine Bedeutung für die Mannschaft. „Er war als Führungsspieler überragend“, lobte Völler. Und noch einer bekam verbale Streicheleinheiten: „Die Leistung von Christian Wörns war absolute Weltklasse. Das war das beste Länderspiel von ihm, das ich gesehen habe.“

          Hände hoch: Drei deutsche Schüsse finden ins Ziel, danach feiern Ramelow, Schneider, Neuville und Ballack

          Weil Carsten Ramelow meist vor der Abwehr spielte und sich immer wieder in den Aufbau einschaltete, kam es im Mittelfeld meist zu einem deutschen Überzahlspiel. Daß die meiste Gefahr in der Offensive von der rechten Seite ausging, war nicht zuletzt ein Verdienst von Andreas Hinkel. Der Stuttgarter Abwehrspieler imponierte beim vierten Einsatz im DFB-Trikot mit seiner Dynamik und mutigen Vorstößen. Im Sturm stand Fredi Bobic meist im Schatten des agilen Kevin Kuranyi, dem lange Zeit nur im Abschluß das Glück fehlte. Dann führte ein gekonntes Duett der beiden Angreifer, das der Berliner („Das 2:0 war eine Erlösung, eine Befreiung“) zu seinem neunten Länderspiel-Tor nutzte, die Entscheidung herbei. Elf Minuten vor Schluß durfte der 21 Jahre alte Kuranyi nach Zuspiel des eingewechselten Miroslav Klose sein ersehntes erstes Tor im Nationaltrikot feiern.

          Kuranyi beweglich, aber lange erfolglos

          Schwungvoll wie zuletzt gegen Schottland startete die deutsche Mannschaft in die Begegnung und wurde schon nach neun Minuten für ihr druckvolles Spiel belohnt. Nach einem Einwurf von Hinkel leitete Bobic den Ball spektakulär weiter auf Ballack, der noch ein paar Schritte lief und Arni Arason dann überwand. Auch in der Folgezeit war Ballack, der bereits nach 18 Sekunden auf Zuspiel von Christian Rahn das 1:0 auf dem Fuß gehabt hatte, der auffälligste Spieler und an den meisten Angriffsaktionen beteiligt.

          Allerdings versäumte es die deutsche Elf in dieser Phase, den Vorsprung frühzeitig zu einem komfortablen Resultat auszubauen. Gleich dreimal scheiterte der sehr bewegliche Kuranyi (13./16./39.) vor dem isländischen Tor. Doch die größte Chance zum 2:0 verpaßte Bobic. Der Berliner erlief in abseitsverdächtiger Position einen Paß und strebte allein auf Arason zu - doch brachte er den Ball nicht an dem Keeper von Rosenborg Trondheim vorbei (22.).

          Die deutsche Abwehr wurde von den zunächst sichtlich beeindruckten und erst allmählich ihre Konterchancen suchenden Isländern wenig geprüft. Das war auch ein Verdienst von Christian Wörns, der nach dem Spiel sagte: „So kann man stolz auf uns sein. Wir haben den Funken mit dem Publikum überspringen lassen. Wir werden bei der Europameisterschaft eine schlagkräftige Truppe haben.“ Ein Fehler von Ramelow leitete die erste Chance der Isländer durch Indridi Sigurdsson (15.) ein, der das Ziel jedoch deutlich verfehlte. Acht Minuten vor der Pause hielt Oliver Kahn einen Fernschuß von Helgi Sigurdsson.

          Mit Beginn des zweiten Durchgangs zog sich die deutsche Elf unverständlicherweise zurück und ließ den Gegner kombinieren. In der 58. Minute hatte die passive Völler-Elf Glück, daß der nicht immer sichere russische Schiedsrichter Valentin Iwanow einem Kopfball-Treffer von Hreidarsson wegen eines vorangegangenen Fouls nicht anerkannte. Praktisch im Gegenzug gelang Bobic, der ein Zuspiel von Kuranyi direkt verwandelte, mit der ersten gelungegen deutschen Aktion in der zweiten Halbzeit das erlösende 2:0.

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