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Eisschnelllauf : Zwei Weltrekorde für Sabine Völker

  • Aktualisiert am

Gutes Omen? Zwei Weltrekorde für Sabine Völker auf der Olympiabahn Bild: AP

Für Sabine Völker war es das erfolgreichste Wochenende ihrer Karriere. Sie konnte zwei Eisschnelllauf-Weltrekorde in Salt Lake City verbuchen.

          2 Min.

          Die Erfurter Eisschnellläuferin Sabine Völker hat der Berliner Weltmeisterin Monique Garbrecht-Enfeldt bei der ersten Saison-Station des Sprint-Weltcups auf dem olympischen Eisoval von Salt Lake City den Weltrekord über 1.000 Meter entrissen. In 1:14,06 Minuten blieb die 28 Jahre alte Betriebswirtin bei ihrem insgesamt dritten Weltcup-Erfolg sieben Hundertstelsekunden unter der Marke, die Garbrecht am 10. März an gleicher Stätte bei der Einzelstrecken-WM aufgestellt hatte.

          Mit 149,945 Punkte fixierte die Thüringerin zugleich einen neuen Punkte-Rekord im Sprintvierkampf, der seit Januar 2001 im Besitz von der Kanadierin Catriona LeMay-Doan (150,085 Punkte) war.

          Völker: Laufen, was das Zeug hält

          „Als mein Trainer mir 200 Meter vor Schluss die Rundenzeit zurief, wusste ich, dass ein Weltrekord drin war. Ich sagte mir, lauf, was das Zeug hält“, erzählte Völker. Auf große Jubelgesten verzichtete die Vizeweltmeisterin. „Ich habe sofort an die WM gedacht und wollte nicht wieder enttäuscht werden. Monique und Jennifer mussten ja noch nach mir laufen“, erinnerte die Thüringerin an ihr Pech bei der WM im März, als sie in 1:14,14 erstmals Weltrekord gelaufen war, den Monique Garbrecht nach wenigen Minuten jedoch um eine Hundertstelsekunde unterbot und ihr somit die Goldmedaille wegschnappte.

          Diesmal erholten sich die Konkurrentinnen nicht vom Schock der Völker-Superzeit. „Ich habe versucht, zu kontern, aber es klappte nicht“, gab Monique Garbrecht zu, die in 1:14,97 Minuten Platz drei belegte. „Weltrekorde sind nun mal nicht für die Ewigkeit. Sabine hat eine Superzeit vorgelegt, da bin ich wie gegen eine Barriere gelaufen“, gab die 33-jährige Cup-Verteidigerin unumwunden zu. „Wenn man spürt, wie schnell man auf der Strecke ist, verleiht das Flügel“, meinte sie zum insgesamt vierten Weltcupsieg der Konkurrentin aus dem eigenen Land. Zweite wurde Jennifer Rodriguez (1:14,71). Die WM-Dritte aus den USA hatte am ersten Tag des Sprint-Weltcups über die längere Distanz vor Garbrecht (1:14,80) und Völker (1:14,81) gewonnen.

          Neue Olympiafavoritin

          Über 500 Meter war Weltmeisterin und Weltrekordlerin Catriona LeMay-Doan an beiden Tagen (37,55 Sekunden/37,40) nicht zu schlagen. Dennoch überzeugte Sabine Völker auch hier mit zweimal Silber (37,84/37,64), jeweils gefolgt von der Japanerin Sayuri Osuga (37,93/37,78). Monique Garbrecht zeigte nach Platz fünf in 38,01 Sekunden als Vierte (37,95) aufsteigende Tendenz.

          Für die Erfurterin war es das erfolgreichste Wochenende ihrer Karriere: Zwei zweite Plätze über 500 Meter sowie der Sieg am Sonntag und Platz drei am Samstag über 1000 m waren die Komponenten des Völker-Triumphes im Utah Olympic Oval, die von zwei Weltrekorden begleitet wurden. Mit dem neuen Druck der Olympia-Favoritin geht die Thüringerin aber total
          gelassen um. „Was nun von außen auf mich einströmt, interessiert mich nicht. Druck kann ich mir nur selber machen“, sagte sie, nachdem sie noch am Samstag ein wenig mit ihren Zeiten gehadert hatte.

          Männer: Weltrekord und deutsche Rekorde am Rande

          Der Berliner Michael Künzel setzte seine Rekordjagd am zweiten Tag in Salt Lake City fort. Fünf deutsche Bestmarken stellte der Berliner Michael Künzel insgesamt auf. Nach seinen beiden Rekorden über 500 m in 35,31 (14. Platz) und 35,30 Sekunden (15.), und seinen Topzeiten über 1000 m in 1:09,22 (12.) und 1:09,13 (14.) bedeutete auch seine Vierkampf- Leistung von 138,395 Punkten neuen deutschen Rekord. Damit hat der Schützling von Trainer Joachim Franke seine Fahrkarte zu den Spielen gesichert.

          Einen Tag nach seinem Weltrekord über 1000 m (1:07,72 Minuten) und dem Triumph über 500 Meter war der Kanadier Jeremy Wotherspoon erneut nicht zu schlagen und unterbot mit 137,285 Punkten im Sprintvierkampf klar seine eigene Weltbestmarke. Über 500 Meter war er in 34,66 Sekunden deutlich schneller als am Vortag (38,84), auf der langen Distanz kratzte er in 1:07,83 erneut am Weltrekord.

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