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Eisschnelllauf : Monique Garbrecht-Enfeldt überrascht sich selbst

  • Aktualisiert am

Im Aufwind: Monique Garbrecht-Enfeldt Bild: dpa

Rechtzeitig vor Beginn der Olympischen Winterspiele hat Sprint-Königin Monique Garbrecht-Enfeldt wieder in die Goldspur zurückgefunden.

          Rechtzeitig vor Beginn der Olympischen Winterspiele hat Sprint-Königin Monique Garbrecht-Enfeldt wieder in die Goldspur zurückgefunden. Nach dem ersten Tag der Sprint-Weltmeisterschaften der Eisschnellläufer in Hamar belegt die wochenlang im Form-Tief befindliche Titelverteidigerin den dritten Platz und hat sich die Chance auf ihren fünften Mehrkampf-Sieg erhalten.

          „Ich hätte schon auf dem Siegertreppchen heulen können“, gestand die Berlinerin nach dem Auftaktrennen über 500 m. Dieses hatte die 33-Jährige in 38,30 Sekunden mit nur 25/100 Rückstand auf die schnellste 500-m-Sprinterin der Welt, Catriona LeMay-Doan aus Kanada, beendet, die in 38,05 den Bahnrekord in eine neue Dimensionen rückte.

          "Es geht bergauf"

          Vor 6000 Zuschauern im ausverkauften Wikingerschiff, dem Austragungsort der olympischen Rennen 1994, kam die Hauptstädterin über 1000 m in 1:16,92 Minuten auf den vierten Platz. „Natürlich war es ein Risiko, dass ich seit Dezember die 1000 m nicht gelaufen bin. Somit hatte ich auch etwas Bammel vor dieser Strecke. Aber es lief besser als erhofft“, sagte die Hauptstädterin, die in den vergangenen drei Jahren stets den Vierkampf-Titel gewonnen hatte.

          Und sie räumte ein: „Es geht bergauf, aber aus dem Tal bin ich noch nicht raus, es kommen am Sonntag noch zwei Strecken. Ich bin jedenfalls jetzt nicht so vermessen, vom Titel oder irgendwelchen Medaillen zu reden“. Beim Weltcup in Calgary hatte die Berlinerin in einer tiefen Krise gesteckt, ohne Gründe dafür ausmachen zu können. Danach hatte sie vier Wochen abgeschaltet um beim Skilaufen in Schweden wieder einen „freien Kopf“ zu bekommen.

          Sabine Völker mit Startproblemen

          In Führung liegt bei Halbzeit Catriona LeMay-Doan, die sich in 1:16,78 Minuten als Dritte auch über 1000 m stärker als erwartet behauptete. Zweite ist die Niederländerin Andrea Nyut. 1000-m- Weltrekordlerin Sabine Völker, die zuvor größere Medaillenchancen als Garbrecht eingeräumt wurden, verzweifelte nach schwächerem Auftakt fast an ihrer Startphase: „Nach solch einem furchtbaren langsamen Angang kannst Du die Schuhe eigentlich gleich wieder ausziehen“, meinte die in der Gesamtwertung sechstplatzierte Erfurterin, nachdem sie in 10,62 für die ersten 100 m schon auf dem ersten Teilstück viel Boden gegen die Konkurrenz verloren hatte und in 38,50 Sekunden über 500 m nur Platz sechs belegte.

          „Ich muss mich jetzt sehr konzentrieren, wenn es noch mit einer Medaille klappen soll“, sagte Völker, nachdem es auch über 1000 m in 1:17,09 als Siebte nicht wie erhofft gelaufen war. Der Streckensieg über die längere Distanz ging überraschend an die Weißrussin Anzhelika Kotyuga in Bahnrekordzeit von 1:16,67 Die deutschen Herren konnten im Konzert der Weltelite erwartungsgemäß nicht die erste Geige spielen. Jedoch sprintete Christian Breuer (Grefrath) in 35,96 Sekunden so schnell wie noch nie in dieser Saison und hat nach Platz 17 über 500 m als 1000-m- Spezialist gute Chancen, im Endklassement einen Platz unter den besten 16 zu belegen.

          Dies würde den Deutschen im kommenden Jahr drei Startplätze garantieren. In Führung liegt nach der Auftakt- Distanz der Weltmeister von 1999 und 2000, Jeremy Wotherspoon. Der Kanadier verbesserte in 35,06 den Bahnrekord gleich um 0,66 Sekunden und hat als 1000-m-Weltrekordler nun beste Chancen auf seinen dritten Vierkampf-Titel.

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