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Eisschnellauf : Anni Friesinger überzeugt auch als Sprinterin

  • Aktualisiert am

Auch bei den Sprintern erfolgreich: Anni Friesinger Bild: AP

Anni Friesinger liegt bei ihrem Debüt bei der Sprint-WM der Eisschnelläufer auf Medaillenkurs. Nach dem ersten Tag der Titelkämpfe belegt sie den zweiten Platz.

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          Anni Friesinger hat sich selbst überrascht und steuert bei ihrem Debüt bei Sprint-Weltmeisterschaften der Eisschnelläufer auf Medaillenkurs. „Ich dachte, das gibt's doch nicht. Nie hätte ich gedacht, daß ich mit den Top-Sprintern so gut mithalten kann“, meinte die Allround-Europameisterin, die nach dem ersten Tag der Titelkämpfe in Nagano auf dem zweiten Platz liegt.

          Dabei lieferte die Weltmeisterin über 1.000 m ihr Meisterstück ab. In 1:16,70 Minuten war sie sogar 0,15 Sekunden schneller als bei ihrem Titelgewinn im März 2003 in Berlin und ließ die Konkurrenz deutlich hinter sich. Auch mit Platz elf über 500 m in 39,39 Sekunden war sie angesichts des geringen Rückstandes zu den Favoritinnen nicht unzufrieden.

          „Angreifen auf der günstigeren Bahn“

          Vor den zweiten 500 m am Sonntag hat die Inzellerin einen Rückstand von 0,205 Sekunden auf die führende Marianne Timmer. Die Niederländerin erwies sich mit zwei dritten Plätzen als ausgeglichenste Läuferin des ersten Tages. „Jetzt habe ich auf beiden Strecken die günstigere Bahn. Ich hoffe, ich kann am Sonntag noch einmal angreifen“, meinte die 27jährige Inzellerin. „Neues Spiel, neues Glück.“

          Noch nie zuvor hat eine Eisschnellläuferin bei allen vier Saison-Höhepunkten - der EM sowie der WM im Mehrkampf, im Sprint und über die Einzelstrecken - eine Medaille gewonnen. Sollte der eigentlichen Allround-Spezialistin in Nagano das Kunststück gelingen, wäre ihr ein Platz im Geschichtsbuch des Eisschnelllaufs sicher.

          Comeback für Monique Garbrecht

          Mitfavoritin Jennifer Rodriguez (USA) rangiert im Zwischenklassement nur auf Platz vier. „Das Eis ist nicht so schnell, das ist ein Nachteil für sie“, urteilte Anni Friesinger, die aber am zweiten Tag noch einmal mit einem Angriff der 1500-m-Weltcup-Führenden rechnet.

          Titelverteidigerin Monique Garbrecht-Enfeldt bestritt nach langwieriger Knieverletzung in Nagano ihr internationales Saisondebüt und rangiert nach zwei Strecken auf Platz sieben. Mit 39,04 Sekunden und Platz vier über 500 m - Schnellste war Sayuri Osuga (Japan) in 38,79 - war die fünffache Weltmeisterin im Sprint-Mehrkampf dann auch sehr zufrieden, während ihr über 1000 m (10. in 1:18,71) noch etwas die Wettkampfhärte fehlte. „Ich kann nicht hierher kommen und sagen: Ich hole hier alles ab. Das ist Utopie. Aber ich werde kämpfen, um am Sonntag mein Ziel mit Platz sechs zu erreichen“, meinte die Berlinerin.

          Bei den Herren führt mit Erben Wennemars gleichfalls ein Niederländer. Obwohl er in der Vorwoche in Nagano schwer gestürzt und sein WM-Start daher lange ungewiß war, setzte er sich mit dem Sieg über 1000 m in 1:09,46 Minuten vor 500-m-Gewinner Jeremy Wotherspoon (Kanada/35,25 Sekunden) an die Spitze der Konkurrenz. Die deutschen Sprinter müssen mit hinteren Plätzen vorlieb nehmen. Christian Breuer (Grefrath) und Andreas Behr (Erfurt) rangieren nach nur mäßigen Leistungen auf den Plätzen 26 und 31.

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