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Eiskunstlaufen : Paarlauf als Hoffnungslauf

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Wollen in die Weltspitze: Sarah Jentgens und Mirko Müller Bild: AP

Nur noch Mittelmaß verkörpern die deutschen Paarläufer: Bei der Eiskunstlauf-EM ist an Medaillen nicht zu denken.

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          Ingo Steuer und Mandy Wötzel holten vor fünf Jahren in Lausanne den letzten Weltmeistertitel für Deutschland, an gleicher Stätte ist bei der diesjährigen Eiskunstlauf-EM an Medaillen gar nicht zu denken. Doch fast beschwörend sagte Trainer Knut Schubert: „Das Paarlaufen ist nicht am Boden, wir kommen aus diesem Tal wieder heraus.“

          Zuvor waren seine Berliner Schützlinge Mariana Kautz/Norman Jeschke und Sarah Jentgens/Mirko Müller mit mittelmäßigen Leistungen in die Titelkämpfe gestartet. Den für die Olympia-Norm geforderten achten Platz im Nacken liegen sie vor der Kür am Mittwoch auf Rang neun und zehn.

          Medaillenziele erst 2004

          „Mirko ist einer der weltbesten Läufer, Sarah ist ganz neu im Geschäft. Das Paar soll hier nur eine Etappe nach oben zurücklegen, denn unser Ziel ist die WM 2004 in Dortmund, wo ich ihnen eine Medaille zutraue“, meint Schubert. Der Coach betreute Müller schon, als dieser zusammen mit Peggy Schwarz 1998 WM-Bronze gewann.

          Auf dem Weg nach oben? Mariana Kautz und Norman Jeschke

          An der Erfahrung einer Peggy Schwarz könne er Sarah nicht messen, meint Müller, aber nach einem anstrengenden Jahr mit vielen Tiefen habe man sich zusammengerauft. „Mit den vielen Problemen, die wir hatten, können wir schon ganz zufrieden sein“, deutet der 27-Jährige an, dass er sich nach der Trennung von seiner alten Partnerin einen schnelleren Aufschwung gewünscht hätte.

          Vorwürfe an den Verband

          „Ich war der beste deutsche Paarläufer, aber keiner aus dem Verband hat mir geholfen, ein gutes Mädchen zu finden“, sagt Müller, dem ein straffes Konzept zum Paarlaufen bei der Deutschen Eislauf-Union (DEU) fehlt. DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf räumt Fehler ein, sagt aber auch: „Wir sollen immer nur fördern, wir dürfen aber nichts mehr fordern.“

          Sarah Jentgens hatte bis zum Sommer wie andere Eiskunstläuferinnen auch mit Essproblemen zu kämpfen und war körperlich zeitweise zu schwach für das anstrengende Paarlaufen. „Ich habe mich durchgeboxt. Jetzt geht es mir blendend, und ich habe Spaß beim Training“, sagt die zierliche Blondine. Trainer Schubert bestätigt ihr ein „Riesenpotenzial“, was sie gerade nach spektakulären Stürzen bewiesen hätte, wonach sie niemals aufgeben wollte.

          Olympiateilnahme schon ein Erfolg

          Die Europameisterschaften haben sich die beiden als Prüfstein gesetzt, danach entscheiden sie über eine gemeinsame Zukunft. „Wir wollen auch die Meinung der Preisrichter hören, ob sie uns eine Chance für später geben“, sagt Müller, dessen Traum immer eine olympische Medaille war. 1998 in Nagano wurden Schwarz/Müller Neunte, Salt Lake City kommt sicher zu früh für das neue Duo.

          Schon das olympische Flugticket wäre ein Erfolg, einlösen wollen sie es mit einer guten Kürdarbietung am Mittwoch. Müllers Devise lautet: „Wir können jetzt nichts mehr verlieren, sondern nur noch angreifen.“

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