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Eiskunstlauf-WM : Bittere Tränen statt großes Finale

  • Aktualisiert am

Schluss mit lustig: Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi können bei der WM 2015 nicht antreten Bild: Reuters

Die Oberstdorfer Eistänzer Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi wollten zum Abschluss ihrer gemeinsamen Karriere in die Top Ten laufen. Doch eine Magen-Darm-Grippe verhindert ihren WM-Auftritt.

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          Mit bitteren Tränen, aber ohne letzten Wettkampf verabschiedeten sich die Eistänzer Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi nach einem Jahrzehnt von der Wettkampfbühne. Nur Minuten vor  ihrem Start am Mittwoch bei den Weltmeisterschaften in Shanghai informierten sie das Preisgericht, dass der 30 Jahre alte Wahl-Oberstdorfer wegen einer Magen-Darm-Grippe nicht antreten konnte. Zum Einlaufen waren die sechsmaligen deutschen Meister noch auf dem Eis, mussten dann aber zum Erstaunen der 10.000 Zuschauer im Sports Oriental Center aufgeben. „Alex muss sich den Magen verdorben haben, er hat in der Nacht nicht schlafen können. Es geht ihm sehr schlecht“, sagte die weinende Zhiganshina.

          Die Vorjahres-Elften wollten zum Abschluss ihrer gemeinsamen Karriere in die Top Ten laufen, konnten aber schon am Morgen nicht trainieren, weil der gebürtige Chemnitzer zu geschwächt war. „Ich hätte es ihnen so gegönnt, sie haben waren fleißig und spritziger als die Jahre zuvor“, sagte Elke Treitz, Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU). Zhiganshina/Gazsi kamen dreimal auf Rang elf, vor zwei Jahren wurden sie Zehnte in der Welt.

          Gazsi wollte unbedingt laufen, deshalb musste DEU-Teamarzt Stefan Pfrengle den Start aus medizinischen Gründen verbieten. Über Nacht war die Erkrankung so schlimm geworden, dass der Bundeswehrsoldat zittrige Beine hatte. Pfrengle konnte wegen der Dopingbestimmungen keine Infusionen gegen den großen Flüssigkeitsverlust einsetzen. „Ich bin ein bisschen geschockt“, meinte Bundestrainer Martin Skotnicky, „aber es ging nicht. Die Hebungen wären viel zu gefährlich gewesen.“

          Amerikanisches Paar in Führung

          Nun wird Gazsi seine Laufbahn beendeten, während die gebürtige Moskauerin mit deutschem Pass einen neuen Partner sucht. Mit 27 Jahren kann sie noch gut bis zu den Winterspielen 2018 in Südkorea laufen.

          Die Führung nach dem Kurztanz zu spanischen Klängen übernahmen Madison Chock/Evan Bates (USA/74,47 Punkte) vor Kaitlyn Weaver/Andrew Poje (72,68) aus Kanada und Anna Cappellini/Luca Lanotte (72,39) aus Italien.

          Eiskunstlauf-WM in Schanghai

          Eistanz, Kurztanz (20 im Kür-Finale): 1. Madison Chock/Evan Bates (USA) 74,47 Punkte; 2. Kaitlyn Weaver/Andrew Poje (Kanada) 72,68; 3. Anna Cappellini/Luca Lanotte (Italien) 72,39; 4. Gabriella Papadakis/Guillaume Cizeron (Frankreich) 71,94; 5. Jelena Ilinych/Ruslan Schiganschin (Russland) 69,46; ... Nelli Zhiganshina/Alexander Gazsi (Oberstdorf) nicht angetreten.

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