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Eiskunstlauf-Kommentar : Aufstieg in die erste Liga

  • -Aktualisiert am

Faszination, Eleganz und Dynamik: Aljona Savchenko und Robin Szolkow Bild: REUTERS

Aljona Savchenko und Robin Szolkowy zaubert ihre Kunst aufs Eis und werden Weltmeister. Nun könnten sie in die erste Liga der allseits beliebten deutschen Sportstars aufzusteigen. Es ist nun an ihnen, daraus das Beste für sich und ihren Sport zu machen.

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          An solchen Tagen spüren auch Eiskunstlauf-Ignoranten, welche Faszination, welche Eleganz und welche Dynamik diesem Sport zu eigen sind. Hätten die nun dreimaligen Eiskunstlauf-Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy ihre Kunst zu der Zeit aufs Eis gezaubert, in der Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler ein deutsches „Traumpaar“ waren, ihr Triumph in Moskau am frühen Donnerstagabend wäre auch ein bewegendes Fernsehereignis für Millionen gewesen.

          Als die Hessin und der Bayer 1963 und 1964 wie gekrönte Häupter des Sports massenhaft gefeiert wurden, lechzten die Menschen nach solchen Aufführungen des schönen Scheins. In Moskau werden sich Savchenko/Szolkowy am Tag nach ihrem Triumph, dem royalen Hochzeitstag in London, vermutlich ganz bescheiden und praktisch gefragt haben, was denn ihre Rückkehr auf den Paarlauf-Thron für sie bedeute.

          Dass die beiden Chemnitzer, wohl das beste deutsche Paar, das jemals tiefe Spuren auf dem Eis hinterließ, bis zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 weiterlaufen werden, ist das eine. Ob die zwei unter der Anleitung ihres Trainers Ingo Steuer endlich auch jenseits der Eisbahn zu zwei nationalen Sportgrößen aufsteigen können oder wollen, bleibt die andere Frage.

          Eiskunstläufer bleiben international gefeierte Protagonisten

          Bisher fand die spektakuläre Klasse der Weltmeister noch keinen angemessenen öffentlichen Resonanzraum. Nach Jahren, in denen Steuers Vergangenheit bei der Stasi der Popularität des Paars im Wege stand, in denen aber auch von den Meisterläufern selbst kein starker Impuls ausging, mehr aus sich zu machen, könnte die Zeit gekommen sein, in die erste Liga der allseits beliebten deutschen Sportstars aufzusteigen.

          Mag auch die Sportart Eiskunstlauf ihre großen Jahre hinter sich haben, so bleiben deren Trendsetter doch international gefeierte Protagonisten. Patrick Chan zum Beispiel, der neue kanadische Weltmeister, begeistert daheim die Massen so wie die koreanische Olympiasiegerin Yu-Na Kim überall als Symbol für die funkelnde Ästhetik dieses Sports gefeiert wird. In Deutschland aber, wo sich ARD und ZDF bei den Kunstlauf-Großveranstaltungen zuletzt immer häufiger ausgeblendet haben, müssen Savchenko/Szolkowy stärker als ihre Weltmeister-Kollegen aus anderen Ländern um Anerkennung und Werbeverträge kämpfen.

          Am Donnerstag hat außer dem seit Jahren treuen Begleitsender Eurosport auch die ARD die Kür der Paarlauf-Weltmeister zur besten Sendezeit live übertragen. Die Chemnitzer Champions haben die Gelegenheit genutzt und ihr Können und ihr Charisma auf der ganz großen Kürbühne gezeigt. Es ist nun an ihnen, daraus das Beste für sich und ihren Sport zu machen.

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