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Logo der Eishockey-WM : Verlieren war nicht seins

Der Mann mit der Nummer 80: Robert Müller bei einem Freundschaftsspiel der Nationalmannschaft 2007. Bild: Imago

Er nahm an zwei Olympischen Turnieren und acht Weltmeisterschaften teil: Dem viel zu früh verstorbenem deutschen Eishockey-Torhüter Robert Müller wurde nun das Logo der WM gewidmet.

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          Ohne Gänsehaut geht es nicht. Marco Sturm hat viel gesprochen mit seinen Spielern in den Wochen der Vorbereitung auf die Heim-Weltmeisterschaften, die eine besondere Gelegenheit sind, sich den eigenen Anhängern zu präsentieren. Kurz bevor es losging, waren der Worte aber genug gewechselt, und er bat die Mannschaft in einen Konferenzraum des Teamhotels, um ein selbstgedrehtes Video zu zeigen: Szenen vergangener Turniere, besondere Momente, bewegende Erfolge und Augenblicke, die in der deutschen Eishockey-Historie einen hohen Stellenwert genießen, waren zu einem wenige Minuten dauernden Clip zusammengeschnitten worden, „um Emotionen zu wecken“, wie es Nationalmannschafts-Manager Klaus Merk ausdrückt. Auf Wunsch des Betreuerteams waren auch Aufnahmen dabei, die Robert Müller zeigen, den deutschen Torwart, der in der Kölner Halle, in der es bis zum 21. Mai um WM-Punkte geht, im Trikot der Haie viele glanzvolle Momente erlebte.

          Müller starb im Mai 2009 im Alter von nur 28 Jahren – bei den Titelkämpfen erinnert das offizielle Logo, das seinem Konterfei nachempfunden ist, an den kleinen Schlussmann mit dem großen Kämpferherz, den seine ehemaligen Kollegen in bester Erinnerung behalten haben: „Er war einer unserer WM-Helden in Köln 2001“, sagt Merk.

          Logo der Eishockey-WM in Köln und Paris: Das Logo zeigt Müller als Schlussmann mit dem deutschen Adler auf der Brust.

          Robert Müller, am 25. Juni 1980 in Rosenheim geboren, nahm an zwei Olympischen Winterspielen und acht Weltmeisterschaften teil. Er wurde Meister 2001 und 2007 mit Mannheim und 2003 mit Krefeld. Im April 1999 bestritt er sein erstes WM-Spiel, und als der damalige Bundestrainer Hans Zach nach dem 3:2 über Großbritannien gefragt wurde, warum er einen Teenager ins Tor stelle, antwortete er: „Weil es um die Zukunft geht.“ Was damals keiner ahnte: Sie würde für Müller eine verhängnisvolle Entwicklung nehmen.

          Eine niederschmetternde Diagnose

          Es begann mit Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen und Übelkeit vor dem Deutschland Cup 2006. Müller wollte gegen Japan trotzdem auflaufen, die Beschwerden waren letztlich aber so stark, dass er abreiste. Am Sonntag absolvierten die Mitspieler ohne ihn in Hannover den letzten Turniereinsatz, er selbst musste schon am Montag in Heidelberg von Spezialisten operiert werden. Die Diagnose war eindeutig: Krebs. Es folgten Chemotherapie, Rehabilitation – er stellte sich seiner größten Prüfung genauso wie den Herausforderungen auf dem Eis: furchtlos und in der felsenfesten Überzeugung, dass es gutgehen wird. Müller kehrte schon nach zwei Monaten zurück aus dem Krankenhausbett, sein Comeback bewegte die Fans. „Er hat uns alle sehr beeindruckt“, erinnert sich Franz Reindl, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), dessen Idee es war, den Weltverband zu überzeugen, während der Wochen in Köln mit dem WM-Markenzeichen Müllers zu gedenken.

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