https://www.faz.net/-gtl-9ncpn

Halbfinale bei Eishockey-WM : Finnland wirft den großen Favoriten raus

  • -Aktualisiert am

Ab ins Finale: Das finnische Team jubelt über den Sieg gegen Russland im WM-Halbfinale. Bild: dpa

Mit einer defensiv nahezu perfekten Leistung hat Finnland das zuvor noch ungeschlagene Russland im Halbfinale der Eishockey-WM besiegt und damit den Finaleinzug perfekt gemacht. Dort wartet die nächste große Herausforderung.

          1 Min.

          Nikita Kutscherow kannte das schon. Das Gefühl, der beste Spieler der alles überragenden Mannschaft der Vorrunde zu sein und am Ende dennoch nichts zu gewinnen. Das hatte er dieses Jahr bereits in der NHL erlebt. 128 Scorerpunkte sammelte der Flügelstürmer im Trikot der Tampa Bay Lightning, die als haushoher Favorit in die Play-offs gestartet waren – um dann gleich in der ersten Runde auszuscheiden. Bei der Eishockey-WM in der Slowakei lief es nun genauso: Kutscherow war mit 16 Scorerpunkten in acht Spielen der beste Spieler der alles überragenden Mannschaft der Vorrunde – und wieder jubelten am Ende die anderen.

          Rekordweltmeister Russland, der Topfavorit auf den Titel, das bislang einzig ungeschlagene Team, verlor sein Halbfinale am Samstag in Bratislava gegen defensiv nahezu perfekte Finnen 0:1 (0:0, 0:0, 0:1). So stehen die Finnen im Endspiel am Sonntagabend (20.15 Uhr  bei Sport1 und DAZN), der Gegner wird dann Kanada sein. Die Nordamerikaner besiegten am Samstagabend Tschechien deutlich mit 5:1 (1:0,2:0,2:1).

          Das erste Halbfinale war derweil so etwas wie der Kampf der Systeme. Hier die Russen, die vor allem auf ihre individuelle Klasse setzten, weil sie nicht nur mit Kutscherow, sondern mit mehr als einem Dutzend Superstars aus der NHL in die Slowakei gekommen waren. Dort die Finnen, die vor allem über das Kollektiv funktionieren und nahezu ohne Personal aus der stärksten Liga der Welt vor Ort sind. Zwar haben sie in Kaapo Kakko den aufregendsten Jungstar des Turniers in ihren Reihen, aber auch er weiß, sich unterzuordnen.

          „Das finnische Eishockey ist darauf aufgebaut, dass es immer ein Team ist – egal, wer auf dem Eis steht“, sagte der deutsche Bundestrainer Toni Söderholm dieser Tage. Söderholm, selbst Finne, ist ganz nebenbei der einzige Trainer dieser WM, der die Finnen in einer Partie bei dieser WM nach regulärer Spielzeit schlagen konnte, am letzten Spieltag der Gruppenphase mit 4:2. Die Russen schafften das nicht, weil die Finnen es schafften, dass sie kaum Tempo aufnehmen konnten. Vielmehr liefen sie mehrmals in Konter, einen davon verwertete Marko Anttila Marko zehn Minuten vor dem Ende.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.