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Deutsches Eishockey-Team : „Die haben es drauf und trauen sich was“

Deutschlands Moritz Müller: Warum nicht gegen Kanada gewinnen? Bild: dpa

Für Kapitän Müller ist der aktuelle Kader des deutschen Eishockey-Nationalteams der Talentierteste, den er je erlebt habe. An diesem Samstag gegen Kanada wird sich zeigen, was er drauf hat.

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          Sieben Tage, in denen es Schlag auf Schlag ging, haben dafür gesorgt, auf die anderen Eindruck zu machen und selbst eine veränderte Sicht auf die Dinge zu gewinnen. Die Blickrichtung im Kreis der deutschen Mannschaft ist eine neue geworden. Sie geht mittlerweile eindeutig nach oben und nicht mehr auch zurück wie noch zu Beginn, als sie bei allem Optimismus, mit dem sie angereist waren, bei dieser Weltmeisterschaft eben auch einkalkuliert hatten, dass es diffizil werden könnte. Nun, zum Ende der ersten Vorrundenwoche, beginnen die Rechenspiele, welche Ergebnisse nötig sind, um mit einer guten Ausgangsposition in die alles entscheidende Phase zu gehen.

          Moritz Müller, der Kapitän der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes, mag sich daran nicht beteiligen. Er, der mit 147 Länderspielen über so viel Routine wie sonst keiner im Team verfügt, vertraut lieber seiner Erfahrung. „Ich habe ein klar besseres Gefühl als zu Anfang der Vorbereitung“, sagte der Kölner. Bundestrainer Toni Söderholm ernannte ihn, der auch bei den Haien mit dem „C“ auf der Brust vorangeht, für das Turnier in der Slowakei zum Kapitän. Für Müller steht nach den ersten vier Spielen, die allesamt gewonnen wurden, fest, dass er Teil einer außergewöhnlichen Gemeinschaft ist: „Es ist der talentierteste Nationalmannschaftskader, den ich je erlebt habe“, sagte der 31-Jährige, der im Februar 2018 dabei war, als in Pyeongchang Olympia-Silber gewonnen wurde.

          Nun, sagt Müller, sei die spielerische Qualität abermals besser, weil Nachwuchsakteure hinzugekommen seien, die sich vor nichts und niemandem zu verstecken brauchten. „Es ist sehr unangenehm, im Training gegen unsere jungen Stürmer zu spielen“, sagte Müller, „sie haben es drauf und trauen sich was.“ Das sei ein eklatanter Unterschied zu früher.

          Nach zwei Tagen Auszeit greifen die Deutschen wieder ins Geschehen ein. An diesem Samstag (16.15 / Sport1) geht es gegen den 26maligen Weltmeister Kanada, tags darauf gegen die Vereinigten Staaten (16.15 / Sport1), jeweils ohne den angeschlagenen Moritz Seider. Müller meinte, dass er und die Kollegen sich mit Zuversicht den Duellen stellen könnten. Der Verteidiger sagte, dass der Husarenstreich bei Olympia gezeigt habe, was mit einem willensstarken Geist möglich sei. Er erinnerte dabei in Kosice auch an Marco Sturm, den in die NHL gewechselten früheren Bundestrainer. „Er hat uns den Komplex weggenommen und klargemacht, dass wir uns nicht wie das hässliche Entlein fühlen müssen“, sagte Müller, „er konnte es einfach nicht akzeptieren, dass an einer Niederlage gegen Kanada kein Weg vorbeiführen soll.“

          Nachfolger Söderholm setze den Prozess fort. Aufbruchstimmung im deutschen Eishockey sei zu spüren, sagte Müller, das bemerke er bis hinein in sein persönliches Umfeld. Die Nachbarn wollten unlängst ihr Kind bei den „Junghaien“ anmelden, waren damit aber bei weitem nicht allein. Mehr als 150 Anfänger stellten den Verein vor eine Herausforderung, denn die aktuellen Eisflächen sind für solch einen Ansturm nicht ausgelegt. Müller wertet das Interesse als gutes Zeichen für die Zukunftsaussichten seines Sports in Deutschland, es sei „ein Schritt“ in die richtige Richtung. Einen weiteren möchten er und das Nationalteam auf ihre Art in der Slowakei folgen lassen.

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