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Eishockey-WM : Nur wer zahlt, ist am Bildschirm live dabei

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Eishockey live: nur für zahlende Zuschauer Bild: dpa

Die 56 Spiele der Eishockey-WM können 600 Millionen Fernsehzuschauer in 101 Ländern sehen. Im Ausrichterland Deutschland - mit drei Ausnahmen - nur Premiere-Kunden.

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          Die fast exklusive TV-Präsenz der Weltmeisterschaft im Bezahl-Fernsehen hat die Eishockey-Fans auf die Barrikaden gebracht und den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) in die Offensive gezwungen.

          „Wir müssen dem gigantischen Interesse der Öffentlichkeit Rechnung tragen und werden Druck machen“, kündigte Franz Reindl, DEB-Sportdirektor und Generalsekretär des WM-Organisationskomitees, harte Verhandlungen mit der Kirch-Gruppe an.

          In aller Welt kann man Eishockey live sehen - außer in Deutschland

          Auf Grund des unerwarteten Erfolgs der deutschen Mannschaft soll mehr als bisher nur ein geplantes Zwischenrundenspiel der deutschen Mannschaft im Free-TV übertragen werden. Rund um den Globus werden die 56 Spiele in rund 1000 Stunden von 101 Fernsehstationen, darunter in Jordanien, Australien und China, in die Wohnzimmer gebracht und damit zwischen 600 bis 700 Millionen Fernsehzuschauer erreicht.

          In Deutschland kommen - mit drei Ausnahmen - nur die Besitzer eines Premiere-Decoders in den Eishockey-Genuss. Nach dem Eröffnungsspiel gegen die Schweiz überträgt SAT 1 die letzte Vorrundenbegegnung mit Weißrussland am Mittwoch in Hannover und ein Zwischenrundenspiel live. „Eine Ausweitung ist nicht vorgesehen“, erklärte SAT-1-Sportchef Philip Geis schon vor der WM.

          Chance für Eishockey wird vertan“

          In Köln, Hannover und Nürnberg machen die Fans ihrem Unmut Luft. „Das ist ein Skandal. Eine Riesenchance für das deutsche Eishockey wird vertan“, schimpfte Karsten Jonzeck, Finanzfachmann und Schwenninger Eishockey-Fan aus Rottweil. „So ein Mist. Wenn Eishockey nur noch im Pay-TV kommt, verliert die Sportart an Attraktivität“, meinte Karl Meyer aus Regensburg. „Traurig, wenn man man nur noch etwas über Videotext oder die Zeitungen erfährt“, kritisierte Stefan Weidemann, Anhänger der Nürnberg Ice Tigers.

          Die Kirch-Gruppe sicherte sich im vorigen Jahr die TV-Rechte von der Schweizer Marketing-Agentur CWL, die die internationalen Rechte besitzt. Für den Dreijahres-Vertrag soll Kirch eine Lizenzgebühr zwischen 15 und 20 Millionen Mark gezahlt haben. Das Angebot der öffentlich-rechtlichen Anstalten sei inakzeptabel gewesen, erklärte Christoph Mauer von CWL.

          Ärger über Powerbreaks

          ARD habe bei den deutschen Spielen einen Spielbeginn von 14.00 Uhr gefordert und wollte außerdem nur einen auf ein Jahr befristeten Vertrag. „Die Öffentlich-Rechtlichen haben sich vor Jahren komplett vom Eishockey verabschiedet. Wir dagegen haben dem Sport die Stange gehalten und bieten eine breite Programmfläche und wirtschaftliche Unterstützung“, sagte Carsten Schmidt.

          Der Sportchef von Premiere World zog nach drei Tagen ein zufriedenes Zwischenfazit: „Das Risiko hat sich gelohnt, wir haben auf das richtige Pferd gesetzt.“ Für Ärger bei den Fans sorgen auch die vom Weltverband (IIHF) vorgeschriebenen Werbepausen. Viermal pro Drittel wird ein Spiel für jeweils 60 Sekunden wegen Reklameinblendungen unterbrochen. „So macht ihr den Sport kaputt“, protestierten die Zuschauer schon beim WM- Auftakt am Samstag in Köln gegen die in Übersee schon seit Jahren üblichen „Powerbreaks“.

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