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Eishockey : Prozentrechnen ist "in"

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Showdown im rheinischen Derby: Die DEG bangt um die Play-Off Teilnahme Bild:

Vor den beiden letzten Vorrunden-Spielen in der Deutschen Eishockey-Liga wird im Kampf um die Play-Off Plätze eifrig gerechnet.

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          Den härtesten Fall könnten die Augsburger Panther erleben. Seit Saisonbeginn steht der Außenseiter 58 Spieltage lang auf einem Play- Off Platz und führte die Tabelle zwischenzeitlich sogar an. Angesichts des harten Restprogramms mit Spielen in München und gegen Köln droht jetzt aber der Fall auf Platz Neun.

          "Sicher standen wir die ganze Zeit unerwartet gut da", sagt Manager Karl- Heinz Fliegauf. "Aber jetzt wäre es eine Riesenenttäuschung, wenn wir es nicht schaffen würden." Die Panther stehen in der Tabelle nur noch einen Punkt vor Düsseldorf auf Platz acht, dem letzten Rang, der die Endrundenteilnahme bedeutet und sind doch nicht die Einzigen, die zittern müssen.

          Showdown im rheinischen Derby

          Fünf Mannschaften kommen für die vier noch zu vergebenden Plätze in Frage. Rausfallen kann noch jeder. Wobei das vor allem in Fall der Kölner Haie eine Sensation wäre. Am schlechtesten sind die Chancen naturgemäß für den Neunten, die DEG Metro Stars.

          Die Mannschaft spielte wochenlang über ihre Verhältnisse und ist nun am Ende ihrer Kräfte. Ausgerechnet im Eishockey-Evergreen in Köln und gegen Krefeld sollen die Düsseldorfer das Unerwartete möglich machen? Trainer Michael Komma winkt ab: "Die Chance in Köln zu gewinnen steht bei einem Prozent."

          Ausverkaufte Köln-Arena

          Sehen die Haie, die mit einem Sieg im seit Wochen ausverkauften Derby vor 18.500 Fans in der Köln-Arean die Play- Offs klar machen können anders. "Fifty-Fifty stehen die Chancen. Schließlich hat die DEG einen super Torwart. Gegen die darf man nicht in Rückstand geraten", analysiert Haie- Sportdirektor Gerhard Brunner.

          Er muss es wissen, schließlich stand er zunächst als Trainer und später Manager bis Januar auf der Gehaltsliste des Erzrivalen. Der übrigens dann am Sonntag auf Kölner Schützenhilfe hofft, wenn die Haie in Augsburg antreten, um spätestens dann das unerwartete Zittern um die Play- Offs zu beenden.

          Kassel im Vorteil, Eisbären ohne Trainer

          Die beste Ausgangsposition haben die Kassel Huskies auf Platz fünf. Auch die Mannschaft vom gewohnt tiefstapelnden Hans Zach ("Wir sind noch nicht durch") bestreitet ein Endspiel: Der Siebte, Eisbären Berlin kommt nach Nordhessen. Ein Sieg und Kassel wäre zum drittenmal in Folge in den Play-Offs.

          Umgekehrt können die Berliner, die ausgerechnet jetzt auf ihren Trainer Pierre Pagé (fiebrige Entzündung am Ohr) verzichten müssen, ihren großartigen Endspurt mit drei Punkten krönen. Wobei selbst die noch nicht ausreichen können, wenn Düsseldorf gewinnt. Dann muss am Sonntag noch mal richtig gerechnet werden. Nur wenn die DEG verliert und Berlin und Augsburg gleichzeitig auswärts gewinnen, sind die Play- Offs klar.

          DEL profitiert von Abstiegsregelung

          Die Spannung in der Liga resultiert auch aus dem Kampf gegen den Abstieg. Kein Spiel, in dem es um nichts mehr geht. Der 15. und 16. der DEL müssen in die sogenannten "Play Downs", deren Verlierer in die Zweite Bundesliga absteigt. Diese Spiele können aber noch ausfallen, sollte die Gesellschafterversammlung am Montag die Moskitos Essen wegen des Insolvenzverfahrens ausschließen.

          Dazu bedürfte es allerdings einer Drei-Viertel Mehrheit (12 Klubs) der Gesellschafter. Die Stimmung Pro oder Contra Essen dürfte bei Klubs wie Frankfurt, Oberhausen, Schwenningen oder den Berlin Capitals sicher auch davon abhängen, ob sie einen der beiden letzten Plätze belegen werden und um den sportlichen Klassenerhalt zittern müssen. Dabei kommt es morgen auch schon zu einer richtungsweisenden Partie, wenn Schlußlicht Capitals den Vorletzten Essen empfängt.

          Kampf auch um die Pole Position

          Spannung auch an der Tabellenspitze, wo noch drei Mannschaften aus der Pole Position in die Play- Offs starten können. Die derzeitige Reihenfolge Mannheim, München, Krefeld muss nicht die Endgültige sein. Lediglich die Nürnberg Ice Tigers sind sicher Vierter.

          Heimrecht ist diesem Quartett am kommenden Freitag zum Endrunden- Auftakt sicher, allein die Gegner stehen noch nicht fest, man kann sich also auch keinen "Wunschkandidaten" aussuchen.

          Der Knaller Mannheim- Köln ist ebenso möglich, wie ein Derby München- Augsburg. "Daran denke ich wirklich noch nicht" gibt Augsburgs Trainer Danny Naud zu. "In der Olympia- Pause habe ich mir einen Zettel mit dem Restprogramm unserer Konkurrenten gemacht. Den habe ich nach den ersten beiden Spielen weggeworfen." Prozent rechnen kann so grausam sein.

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