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Eishockey : Lungenkrankheit stoppt Weltmeisterschaft

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Wegen der in Südostasien ausgebrochenen Lungenkrankheit SARS wurde die Eishockey-WM der Frauen in Peking abgesagt. Die bereits angereisten Teams reagierten verärgert über die kurzfristige Entscheindung.

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          Das deutsche WM-Team war traurig und verärgert über die vergebliche Anreise, doch nach der Absage der Titelkämpfe in China hat der Weltverband IIHF den Eishockey-Frauen eine finanzielle Entschädigung in Aussicht gestellt.

          Die äußerst kurzfristige Streichung der von diesem Donnerstag an geplanten Weltmeisterschaft in Peking sorgte bei den schon angereisten Delegationen für Unverständnis. „Wir sind natürlich alle maßlos enttäuscht. Nicht alleine wegen der Absage, sondern vor allem auch von der IIHF, die uns hier überhaupt hat hinfliegen lassen. Denn das Problem war bereits am Donnerstag, dem Abflugtag, bekannt“, kritisierte Teammanager Dieter Reinartz das Vorgehen der internationalen Sportführung.

          „Wir müssen das so akzeptieren“

          In der Mannschaft gab es zunächst sogar Tränen. „Wir hätten sehr gern gespielt und haben uns darauf vorbereitet. Aber wenn die IIHF das so entscheidet, dann müssen wir das so akzeptieren“, sagte Rekord-Nationalspielerin und Spielführerin Christina Oswald. „Ich glaube, man kann das noch gar nicht so fassen“, meinte WM-Neuling Sara Seiler und sprach von einer „Riesenenttäuschung“. Die ansonsten in den USA spielende Raffaela Wolf fand die Absage „unglaublich“. Sie hatte wegen der WM-Reise Uni-Klausuren verpasst: „Mehr oder weniger war alles umsonst.“

          Die IIHF hatte die vom 3. bis 9. April in der chinesischen Hauptstadt vorgesehene Frauen-WM am Sonntagabend wegen der in Südostasien ausgebrochenen tödlichen Lungenkrankheit SARS abgesagt. Damit ist das Turnier die erste internationale Sportveranstaltung, die wegen der Epidemie gestrichen wurde.

          Verärgerung und Verwirrung in Peking

          Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) kann damit rechnen, dass die IIHF die Auslagen für die bereits angereiste 28-köpfige Delegation um Bundestrainer Peter Kathan zurückerstattet. „Der Weltverband hat angekündigt, dass die Kosten ersetzt werden“, sagte DEB-Sportdirektor Franz Reindl. Dies seien rund 25 000 Euro.

          Ob die WM 2003 an einem anderen Ort nachgeholt wird, wird laut Reindl erst im Juni beim IIHF-Kongress in Marbella entschieden. Womöglich entfällt die Veranstaltung. Die nächste WM findet 2004 im kanadischen Halifax statt. Vorerst waren Verärgerung und Verwirrung in Peking groß. Die bereits im WM-Ort weilenden Mannschaften aus Deutschland, Schweden und der Schweiz hatten sich im letzten Moment darum bemüht, ein „Mini-Turnier“ ohne die nicht angereisten Spitzenteams - Olympiasieger und Weltmeister Kanada sowie die USA und Finnland - zu organisieren.

          Angereiste Teams als „Leidtragende“

          Augenzeugen zu Folge sollen die chinesischen Veranstalter von der Absage aus der IIHF-Zentrale in Zürich überrascht worden sein. DEB-Teammanager Reinartz fühlte sich und die Mannschaft von der IIHF falsch behandelt. „Wir hätten die Reise am Donnerstag noch absagen können. Da wurde aber beim Committees Meeting der IIHF das Okay gegeben“, berichtete er: „Wir sind hierher geflogen, die Teams aus Kanada, Finnland und den USA sind bis heute nicht erschienen. Alle anderen, die hier sind, sind nun die Leidtragenden.“ Bis zu 19 Stunden waren die Spielerinnen teilweise für zwei Trainingseinheiten und Testspiel unterwegs gewesen.

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