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Veh ante portas : Zurück in die Zukunft

  • -Aktualisiert am

Zurück nach Frankfurt: Armin Veh Bild: AFP

Armin Veh als neuer und alter Trainer der Eintracht? Viel Aufbruchstimmung vermittelt das nicht, hat aber Vorteile. Auch für einen Anwärter auf den Chefposten der Eintracht, der 2016 zu haben ist.

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          Auf ein Neues? Es sieht danach aus. Armin Veh ist bereit, wieder als Coach für die Frankfurter zu arbeiten. Die wechselhafte Historie des Klubs, der seit der Bundesliga-Gründung schon 41 Trainer hatte, scheint die nächste bemerkenswerte Wendung zu nehmen. Mit Veh, der seine Bereitschaft signalisierte, aber Vertragsdetails noch besprechen möchte, setzt der Klub nach dem Scheitern von Thomas Schaaf auf eine überraschende Lösung. Ist es aber auch die richtige? Abwarten.

          Fakt ist: Es gäbe Entscheidungen, die mehr Aufbruchstimmung vermittelten. Was im Vergleich mit den Mitbewerbern wie Korkut oder Breitenreiter für Veh spricht: Er würde nicht bei null starten, da ihm die Frankfurter Verhältnisse bestens bekannt sind. Er ließ den Kontakt nie abreißen. Dass mit Wolfgang Steubing sein Freund an die Spitze des Aufsichtsrats gewählt wurde, dürfte ihm den Schritt erleichtern, nach der gescheiterten Liaison mit dem VfB Stuttgart gleich das nächste Comeback an ehemaliger Wirkungsstätte zu wagen. Der 54 Jahre alte Veh ist stur, aber nicht beratungsresistent wie sein Kollege Schaaf. Zudem versteht er sich mehr als Teamplayer. Kurzfristig würde er mit seiner Ausstrahlung dem aufgewühlten Klub das nötige Maß Gelassenheit verleihen. Im Kader, der zuletzt in (viele) Gegner und (wenige) Befürworter Schaafs gespalten war, wird es ihm am Respekt nicht mangeln. Um die Eintracht so auszurichten, dass sie ihre Ziele erfüllen kann, muss sich Veh aber ändern: Er braucht einen besseren Blick für die Talente, sollte die Verzahnung mit dem Leistungszentrum forcieren und sich weniger launenhaft präsentieren.

          Mehr Geld für das Spiel der Eintracht

          Mit der Rückkehr Vehs an die Seitenlinie hätte die Eintracht eine drängende Personalfrage gelöst – und für die nächste eine Option gleich mit geliefert. Wer die Führung der Fußball AG übernimmt, ließe sich erahnen. Bruchhagen wird 2016 gehen, Veh ihn aus dem Trainer-Job heraus nicht unmittelbar als Vorstandsvorsitzender ablösen (können). Ein Wechsel aus den Sportklamotten hinein in die maßgebliche Spitzenposition der Geschäftstelle ist selbst von der zu kuriosen Konzepten neigenden Eintracht nicht zu erwarten. Und doch lässt sich in der Festlegung auf seine Person eine deutliche Tendenz zu einer naheliegenden Lösung erkennen. Axel Hellmann könnte dem sich abzeichnenden Ergebnis besonders viel abgewinnen: Das Interesse der aktuellen Nummer zwei im Vorstand auf die Führung ist kein Geheimnis. Die Veh-Variante verspricht ihm eher Chancen als Risiken.

          Hat diese Aussicht vielleicht den Sinneswandel bei Veh ausgelöst? Denn vor seinem Abschied von der Eintracht hatte der Coach in Frankfurt kein Entwicklungspotential mehr gesehen. Die wirtschaftlichen Bedingungen haben sich seitdem nicht geändert. Nur das Personal. Mit Steubing im Hintergrund und Hellmann rücken Macher ins Zentrum der Macht, die mehr Geld in die Hand nehmen wollen als zuletzt Bruchhagen. Das eröffnete dem neuen Trainer in Zukunft mehr Spielräume.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

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