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Eintracht Frankfurt : Es wird spannend

  • -Aktualisiert am

Schlusspunkt: Rafinhas Flanke verwandelt sich in einen Torschuss, Trapp streckt sich vergeblich, der Ball senkt sich zum 3:0 für die Bayern ins Netz. Bild: Imago

Die Eintracht steckt beim 0:3 gegen München den Kopf in den Sand und hofft, im neuen Jahr wieder das alte Niveau zu erreichen. Verhandlungen mit Rode, Geraldes und Beyreuther gehen.

          Was Adi Hütter im vergangenen halben Jahr in Frankfurt anpackte, hatte in den meisten Fällen Hand und Fuß. Der 48 Jahre alte Österreicher, der als Fußballlehrer neu im Bundesliga-Business ist, weiß, was er tut, das zeigen die guten Ergebnisse mit der Eintracht in der Europa League und der Bundesliga. Aber nun, nach „zehn Jahren im Geschäft“, steht Hütter vor einer neuen Herausforderung: Eine so kurze Vorbereitungszeit im Winter auf die Rückrunde kennt er in seiner Trainer-Vita noch nicht. „Zwei Wochen sind sehr wenig, um die Mannschaft im taktischen Bereich auf ein anderes Niveau zu bringen“, sagte Hütter am Samstag nach dem 0:3 gegen die Bayern. „Ich bin selbst gespannt und neugierig, wie wir das hinkriegen.“ Zusammen mit seinem Trainerstab will er darauf hinarbeiten, dass die Eintracht im neuen Jahr ihr altes, gutes Niveau wird halten können. Dass sie körperlich wieder voll zu Kräften kommt.

          Am 3. Januar ist nach dem Weihnachtsurlaub Trainingsstart, bevor die Mannschaft einen Tag später ins Trainingslager in die Vereinigten Staaten aufbricht. Einen Trainingsplan in den freien Tagen abarbeiten müssen nur die Spieler, die körperlich Nachholbedarf haben. Vielspieler Danny da Costa hingegen würde „die Welt nicht mehr verstehen, wenn er nun auch noch Läufe in der Pause machen müsste“, sagte Hütter. Auch ihm fiel beim Münchner Erfolg – die Treffer für die Bayern erzielten Franck Ribéry (35. und 79. Minute) sowie Rafinha (89.) – gegen eine ersatzgeschwächte Frankfurter Mannschaft auf, dass der Akku bei einigen Eintracht-Spielern „sehr leer“ gewesen sei.

          Mehr Gegenwehr gewünscht

          „Eines haben wir alle gesehen“, formulierte es Vereinspräsident Peter Fischer etwas speziell, „es ist das Ende der Reise, was die Körner angeht“. Er habe das in der Kabine nach der Begegnung gemerkt: „Ein Fußballspiel mit einer Englischen Woche wäre jetzt nicht mehr möglich gewesen“, sagte er. Trotz des Kräfteverschleißes hätte sich Hütter von seinen Spielern mehr Gegenwehr nach dem 0:1 gewünscht.

          „Wir haben den Kopf in den Sand gesteckt“, sagte er. „Die Körpersprache hat mir nicht mehr gefallen. Wir waren nicht mehr so griffig, klar und aggressiv in unseren Aktionen. Für ein perfektes Spiel gegen die Bayern braucht man aber alle Spieler an Bord.“ Nur in den ersten 20 Minuten hatten die Hessen mit ihrer Angriffswucht und ihrer kompromisslosen Defensivarbeit die Bayern vor Probleme gestellt. „Ich hatte das Gefühl, wir sind der Chef auf dem Platz“, sagte Hütter. „Wir waren mutig und haben es verpasst, uns für den Aufwand mit Toren zu belohnen.“

          „Stolz, bei so einem tollen Verein tätig zu sein“

          In der Gesamtbewertung der Hinrunde hatte Hütter großes Lob für sein Team übrig, „die Art, wie wir aufgetreten sind, hat mich begeistert“. Positiv überrascht war der Trainer davon, „wie schnell die Mannschaft gelernt hat, ein bisschen anders Fußball zu spielen“. Und beeindruckt habe ihn, wie sich die Spieler nach dem holprigen Start „selbst aus dem Sumpf gezogen“ hätten. All das macht Hütter „stolz, bei so einem tollen Verein tätig zu sein“. Mit Freude erfüllt ihn auch, „dass ich gezeigt habe, dass ich in der Bundesliga arbeiten kann“. Hütter hat seine Feuertaufe bestanden. Von dem einen oder anderen Spieler kann man das nicht behaupten.

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