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Gewalt im Amateurfußball : Drei Jahre Sperre nach Schiedsrichter-Angriff in Hessen

  • Aktualisiert am

Es geht hart zu auf den Hartplätzen: Ein Spieler muss fortan drei Jahre zuschauen. Bild: Wolfgang Eilmes

Der hessische Fußballverband reagiert konsequent: Nach der Attacke auf einen Schiedsrichter Ende Oktober wird der Spieler für drei Jahre gesperrt. Auch der Verein wird sanktioniert.

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          Nach seiner brutalen Attacke auf einen Schiedsrichter in einem C-Liga-Fußballspiel Ende Oktober in Südhessen ist der Spieler der FSV Münster zu einer dreijährigen Sperre verurteilt worden. Nach Informationen der „Offenbach-Post“ wurde zudem der Verein mit einer sechsmonatigen Spielsperre und einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro belegt.

          „Das Video sagt eigentlich alles. Wir gehen davon aus, dass die Tätlichkeit bewusst und gewollt ausgeführt wurde“, sagte der Vorsitzende des Kreissportgerichts Helmut Biegi in der Verhandlung. Die Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter wertete das Gericht als besonders schweren Fall nach Paragraf 25, Absatz 3 der Strafordnung des Hessischen Fußballverbande. Mit der dreijährigen Sperre schöpfte das Kreissportgericht den Strafrahmen voll aus, hieß es weiter.

          Der Hessische Fußballverband (HVF) fügte dem auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nichts mehr hinzu. Die öffentliche Verhandlung fand am Mittwochabend im Kreissportgericht Dieburg statt.

          Münster hatte Team zurückgezogen

          Die Attacke auf den 22-Jährigen in der Partie des FSV Münster gegen den TV Semd hatte danach bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Unparteiische hatte dem Spieler die gelb-rote Karte gezeigt und war von diesem anschließend bewusstlos geschlagen worden. Ein Rettungshubschrauber brachte den Schiedsrichter damals ins Krankenhaus.

          Münster hatte nach der Prügelattacke seine 1. Mannschaft vom laufenden Spielbetrieb abgemeldet, den Täter aus dem Verein ausgeschlossen und diesem ein lebenslanges Hausverbot erteilt. Der Verein werde das Urteil akzeptieren und nicht in Berufung gehen, erklärte FSV-Vorsitzender Hans-Peter Samoschkoff in der Zeitung.

          Ob Münster in Zukunft wieder eine Männermannschaft für den Spielbetrieb anmeldet, ließ er offen. „Im kommenden Sommer aber sehr wahrscheinlich noch nicht“, sagte Samoschkoff.

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