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Dopingprozess : Etappensieg für Virenque

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Der geständige Radstar Richard Virenque geht im größten Dopingskandal der Radsportgeschichte möglicherweise straffrei aus.

          Der geständige Radstar Richard Virenque geht im größten Dopingskandal in der Geschichte der Tour de France möglicherweise straffrei aus. 27 Monate nach Beginn der Affäre wurde im spektakulären Festina-Prozess in Lille am Montag überraschend Freispruch den Franzosen beantragt. Wie Staatsanwalt Gerald Vinsonneau begründete, kann Virenque nicht für das "systematische Doping" seines Rennstalls verantwortlich gemacht werden. Die Urteilsbegründung wird Ende der Woche erwartet.

          "Ich war stets dagegen, dass die Fahrer überhaupt vor Gericht gestellt werden, weil sie nicht für die Verbreitung von Dopingmitteln im Sinne des Gesetzes verantwortlich gemacht werden können, selbst wenn sie die Substanzen verwendet haben", sagte Vinsonneau. Dagegen beantragte er für den früheren Betreuer des Festina-Rennstalls, Willy Voet, eine 14-monatige Haftstrafe auf Bewährung und 20.000 Francs Geldstrafe, gegen den sportlichen Leiter Bruno Roussel sogar 18 Monate auf Bewährung und 50.000 Francs Geldstrafe.

          Verantwortung des Einzelnen klären

          Schon vor Wochenfrist hatte der zuständige Richter Daniel Delegove gesagt: "Es muss die Verantwortung eines jeden Einzelnen für die Vorfälle geklärt werden. Wenn jemand als Einzelner Dopingmittel verwendet, ist die Verantwortung höher als bei systematischem Doping eines Teams." Der 30 Jahre alte Virenque, fünfmaliger Gewinner des Bergtrikots, war 1997 Tour-Zweiter hinter Jan Ullrich geworden. Er wurde als Festina-Kapitän wie die gesamte Mannschaft zur Tour-Halbzeit 1998 aus dem Rennen genommen. Zuvor hatten Teamarzt Eric Ryckaert, Voet und Roussel "langjähriges systematisches Doping" im Team gestanden. Roussel-Rechtsanwalt Thibaut de Montbrial stellte am Montag vielsagend fest: "Roussel wurde erwischt, Festina wurde erwischt, aber der ganze Prozess zeigt eigentlich nur, dass jedem anderen Profiteam dasselbe hätte passieren können."

          Virenque hatte Doping zunächst beständig geleugnet, zu Prozessbeginn aber überraschend den Missbrauch der Modedroge Erythropoietin (Epo) gestanden. Sieben Festina-Fahrer waren für zumeist sechs Monate gesperrt worden, als bekannteste die Exweltmeister Alex Zülle (Schweiz) und Laurent Brochard (Frankreich). Gegen Virenque konnte der französische Verband nicht vorgehen, weil die Protokolle der Verhöre vor Prozessbeginn nicht zugängig waren.

          Begonnen hatte der Dopingskandal mit der Verhaftung des Belgiers Voet vor Beginn der Tour 1998. Der Festina-Masseur war an der Grenze zwischen Belgien und Frankreich mit 400 Ampullen unerlaubter Substanzen gestoppt worden.

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