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Doping : Schily rügt EU-Rückzug aus Anti-Doping-Agentur

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Wenig Gemeinsamkeiten: Rogge und Reding in Brüssel Bild: AP

Die Absicht der EU-Kommission sei „enttäuschend“, sagte Innenminister Schily. Man solle nach Verständigung suchen.

          Die EU-Kommission will sich aus der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) vollständig zurückziehen und hat damit deutliche Kritik von Bundesinnenminister Otto Schily provoziert.

          Diese Absicht der Kommission sei „enttäuschend“, sagte Schily in Brüssel. EU-Kommissarin Viviane Reding hatte bei einem Treffen mit den Sportministern der 15 EU-Staaten und IOC-Präsident Jacques Rogge zuvor die Aufgabe ihres Sitzes in der WADA angekündigt.

          Reding: Die Entscheidung ist gefallen

          Die EU könne und dürfe die WADA nicht finanzieren, sagte Reding. Deshalb sei es logisch, dass sie auch ihren Sitz in der WADA aufgebe. „Die Entscheidung in der Kommission ist gefallen“, sagte Reding den Ministern und Sportfunktionären, „der Rat muss noch unterschreiben, und dann ist das öffentlich.“

          Schily sagte, wie IOC-Präsident Rogge halte er die WADA für ein ergänzendes Instrument im Kampf gegen das Doping. Die EU sollte deshalb dort alle Mitgliedsländer vertreten. „Wir sind der Meinung, dass die EU mit einer Stimme sprechen sollte“, sagte der für den Sport zuständige Minister. Auch Dänemark und Österreich sähen dies so.

          Schily sieht Verständigungsmöglichkeiten

          Deutschland müsse wegen des Brüsseler Rückzugs eine halbe Million Euro für die Agentur aufwenden. „Die müssen wir nun irgendwie beschaffen, damit die WADA in Gang kommt“, sagte Schily. Die WADA hat Schily zufolge Verhandlungsbereitschaft zu den Forderungen der EU erkennen lassen.

          Reding hatte eine Sperrminorität und mehr Klarheit im WADA-Haushalt gefordert. Die Positionen seien nicht unvereinbar, meinte der Minister. „Also soll man doch die Verständigung suchen“, sagte Schily. In der Sitzung hatte die EU-Kommissarin eine bessere Abstimmung der EU-Länder bei der Doping-Bekämpfung gefordert.

          Reding kritisiert Doping im Fitnessbereich

          Die staatlichen und sportlichen Normen in diesem Bereich lägen noch zu weit auseinander. Das habe eine Studie deutscher und niederländischer Universitäten im Auftrag der EU-Kommission belegt, sagte Reding. Diese Unterschiede in der Doping-Bewertung müssten abgebaut werden, forderte die Kommissarin. Dabei müsse darauf geachtet werden, dass mögliche neue Regeln weder den freien Personenverkehr in der EU einschränken noch Benachteiligungen auf Grund der Staatsangehörigkeit nach sich ziehen. Doping wirke sich auch auf die öffentliche Gesundheit aus, sagte Reding unter Berufung auf eine noch nicht veröffentlichte Untersuchung.

          Diese Studie habe gezeigt, dass zwischen 8 und 21 Prozent aller Bürger für ihr Fitness-Training Anabolika einnehmen. Der niedrigste Wert sei in Großbritannien ermittelt worden, der höchste in Deutschland. Diesem Problem müssten die Verantwortlichen mehr Beachtung schenken, forderte die Kommissarin.

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