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Doping : Nach Sperre droht Karriererende

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Richard Virenque: „Extrem niedergeschlagen” Bild: dpa

Richard Virenque steht vor den Trümmern seiner Karriere. Ein Schiedsgericht verurteilte den französischen Radprofi wegen Dopings zu einer ab dem 1. Februar 2001 geltenden Sperre von neun Monaten.

          Der französische Radprofi
          Richard Virenque steht vor den Trümmern seiner Karriere. Ein unabhängiges Schiedsgericht des Schweizer Verbandes FSC verurteilte den fünfmaligen Bergkönig der Tour de France wegen Dopings zu einer ab dem 1. Februar 2001 geltenden Sperre von neun Monaten und einer Geldbuße von umgerechnet 5.000 Mark.

          Zudem muss Virenque, der in der vergangenen Woche vor einem Gericht in Lille von einer Verurteilung als Drogenhändler verschont geblieben war, 2.500 Mark Verfahrenskosten tragen. „Richard ist extrem niedergeschlagen“, sagte Virenques Anwalt Vincent Speder in einer ersten Reaktion. Der ehemalige Festina-Kapitän hat nun das Recht, innerhalb von 21 Tagen beim Obersten Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne Berufung gegen das Urteil einzulegen.

          Sein Manager Eric Boyer bezeichnete einen Einspruch Virenques in einer ersten Stellungnahme als „sehr wahrscheinlich. Das Urteil ist sehr hart. Er hat eine zweite Chance verdient.“ Der Radsport-Weltverband UCI hatte die Entscheidung über die sportliche Sperre vorerst dem Schweizer Verband übergeben, da Virenque nahe Genf lebt und mit Schweizer Lizenz fährt. 1998 hatte der Schweizer Verband die Festina-Fahrer Alex Zülle, Laurent Dufaux und Armin Meier zu einer Sperre von acht Monaten verurteilt, die der internationale Verband anschließend auf sieben Monate reduzierte.

          Sollte der CAS die Sperre bestätigen, wird Virenque bei allen großen Rennen des Jahres fehlen. Dem Franzosen droht in dem Fall das Karriereende, zumal der 31-Jährige schon vor dem Urteilsspruch vergebens nach einem Rennstall gesucht hatte. Bei der diesjährigen Tour de France war ihm in den Reihen des inzwischen aufgelösten italienischen Polti-Teams ein erstaunliches Comeback gelungen, als er in Morzine eine schwere Alpenetappe gewann.

          Seinen größten Erfolg hatte der in Casablanca (Marokko) als Sohn eines Franzosen geborene Virenque 1997 gefeiert, als er nach einem spannenden Duell Tour-Zweiter hinter Jan Ullrich geworden war. Im Oktober diesen Jahres hatte Virenque beim Festina-Prozess in Lille nach 27 Monaten des Leugnens zugegeben, über Jahre hinweg leistungsfördernde Mittel genommen zu haben. Mit dem Geständnis entging er einer strafrechtlichen Verurteilung. „Ich war wie ein Schaf in der Herde und hatte keine andere Wahl“, sagte Virenque.

          Ausgelöst worden war der Skandal, als im Wagen des belgischen Festina-Betreuers Willy Voet kurz vor Tour-Beginn bei einer Kontrolle an der belgisch-französischen Grenze rund 400 Ampullen mit unerlaubten Substanzen gefunden wurden, unter anderem mit dem Blutdopingmittel Erythropoietin (EPO). Voet wurde beim Prozess in Lille zu zehn Monaten Gefängnis auf Bewährung und einer Geldbuße von rund 10.000 Mark verurteilt. Sportdirektor Bruno Roussel erhielt ein Jahr auf Bewährung und wurde obendrein mit einer Geldbuße von umgerechnet etwa 17.000 Mark belegt.

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