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Doping : Joint kostet Job

  • Aktualisiert am

Erwischt: Ibrahim Tanko Bild: dpa

Borussia Dortmund hat sich mit sofortiger Wirkung von Ibrahim Tanko getrennt. Der 23 Jahre alte Fußball-Profi war bei einer Doping-Probe des Marihuana-Genusses überführt worden.

          Borussia Dortmund hat den Profivertrag mit Ibrahim Tanko mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der 23 Jahre alte Spieler bereits am 29. November nach dem DFB-Pokalspiel beim FC Schalke 04 (1:2) des Marihuana-Genusses überführt worden. Der deutsche Profi-Fußball hat damit seinen achten Dopingfall.

          Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc rechnet mit einer längeren Sperre für Tanko. „Wir waren geschockt von dieser Nachricht und haben umgehend die Konsequenzen gezogen“, sagte Zorc. Tanko, dessen Vertrag in Dortmund nach achtjähriger Vereinszugehörigkeit zum Saisonende ausgelaufen wäre, hat mit dem SC Freiburg bereits einen neuen Verein gefunden. Der Profi wechselt ablösefrei zu den Breisgauern und erhält dort einen Zweijahresvertrag.

          Zweiter positiver Test auf Marihuana

          Tanko hat den Marihuana-Genuss gestanden. „Ich bedaure mein Fehlverhalten. Es tut mir leid, das war ein einmaliger Ausrutscher. Ich möchte mich dafür entschuldigen“, sagte der ghanaische Nationalspieler, der am Donnerstag in Freiburg vorgestellt werden soll.

          Tanko ist nach dem Mönchengladbacher Zweitligaspieler Quido Lanzaat der zweite Fußball-Profi in Deutschland, der positiv auf Marihuana getestet wurde. Der Niederländer Lanzaat wurde Anfang des vergangenen Jahres beim DFB-Hallenpokal-Finale in München überführt und anschließend mit einer achtwöchigen Sperre belegt.

          Freiburg bleibt bei Verpflichtung

          Zu der weiteren Verfahrensweise will der Verband erst Stellung nehmen, wenn die Beteiligten auf die Öffnung der B-Probe verzichten oder die A-Probe bestätigt wird. Bereits vor dem Dopingtest hatte der Ghanaer, der für den BVB 52 Bundesligaspiele bestritt, erklärt, zum Saisonende den Verein verlassen zu wollen.

          Für die Freiburger Verantwortlichen hat sich auch nach der positiven Dopingprobe nichts an der Vertragsunterzeichnung verändert. „Wir waren uns mit Ibrahim Tanko schon vor Weihnachten einig und auch wenn der Spieler einen Fehler gemacht hat, sehe ich keinen Grund, mich nicht auf die Zusammenarbeit mit ihm ab dem nächsten Sommer zu freuen“, betonte SC-Coach Volker Finke. Auch Andreas Rettig steht zu der Verpflichtung des Ghanaers. „Wir haben nach Bekanntwerden des Dopingergebnisses unsere Einschätzung und Wertschätzung gegenüber Ibrahim Tanko nicht geändert“, sagte der Freiburger Manager. Mit dem Russen Wladimir But hatten die Breisgauer während der laufenden Bundesligasaison bereits einen in Dortmund ausgemusterten Spieler verpflichtet.

          Tanko ist der achte Fußballer, der in Deutschland des Dopings überführt worden ist. Vor dem Ghanaer hatte es Roland Wohlfahrt (VfL Bochum), Petr Kouba (1. FC Kaiserslautern), Holger Gehrke (MSV Duisburg), Thomas Ziemer (1. FC Nürnberg) und Quido Lanzaat (Borussia Mönchengladbach) erwischt, Thomas Ernst (VfL Bochum) und Manuel Cornelius (Tennis Borussia Berlin) waren vom DFB nicht gesperrt worden, weil sie die unerlaubten Substanzen nicht vorsätzlich eingenommen hatten.

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