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Doping : Baumann klagt gegen IAAF

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Dieter Baumann will beim Landgericht Stuttgart Klage gegen den IAAF einreichen. Baumann-Anwalt Lehner will erreichen, dass die „Willkür-Entscheidung des IAAF aufgehoben wird“.

          Dieter Baumann wird Ende der Woche beim Landgericht Stuttgart Klage gegen den Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) einlegen. Die IAAF hatte den 35-jährigen 5 000-m-Olympiasieger von 1992 während der Olympischen Spiele in Sydney wegen Nandrolon-Dopings mit einer zweijährigen Sperre belegt und von einer Teilnahme ausgeschlossen.

          „Der Entwurf der Klageschrift ist fertig. Ich werde ihn nach den erforderlichen Korrekturen Ende der Woche ans Landgericht Stuttgart senden“, sagte Baumanns Anwalt Michael Lehner. Mit dem 50-seitigen Schriftsatz will der Rechtsanwalt erreichen, dass der „Willkür- Entscheid der IAAF aufgehoben wird“, erklärte Lehner. Der vom IAAF-Schiedsgericht am 17. September in Sydney getroffene Beschluss, seinen Mandanten zu sperren, würde laut Lehner „jeglicher Rechtsgrundlage entbehren“.

          „Der materielle Schaden ist immens“

          Der Anwalt macht gegenüber dem Weltverband Schadensersatzansprüche geltend, deren Höhe allerdings nicht beziffert wurde. Lehner: „Der materielle Schaden, der Baumann durch die Sperre entstand, ist immens. Die IAAF muss dafür aufkommen.“ Der Rechtsausschuss des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hatte Baumann, der bei Kontrollen am 19. Oktober und 12. November 1999 positive Befunde hatte, am 13. Juli freigesprochen.

          Dieses Urteil hatte das IAAF-Schiedsgericht (Arbitration Panel) in Sydney nicht anerkannt und in eine zweijährige Sperre bis zum 21. Januar 2002 verwandelt. Die Entscheidung des Schiedsgerichts mit der Olympia-Sperre wurde damals vom unabhängigen Internationalen Sportgerichtshof CAS bestätigt. Der DLV hat inzwischen entschieden, dem Machtkampf mit dem Weltverband aus dem Weg zu gehen und keine Klage gegen das IAAF-Urteil einzureichen.

          Baumann, der damit auf sich allein gestellt ist, hatte bereits am 31. August dieses Jahres Rückendeckung vom Landgericht Stuttgart erhalten. Die Richter entschieden damals unter Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 500 000 Mark, dass das IAAF-Schiedsgericht kein Urteil ohne schriftliche oder mündliche Anhörung fällen darf. Diese Entscheidung ist allerdings ohne weitere Bedeutung, weil Baumann in Sydney ausführlich angehört wurde.

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