https://www.faz.net/-gtl-9m9jz

Tischtennis-WM : Ovtcharov scheitert, erste Medaille dennoch sicher

  • Aktualisiert am

Es hat nicht gereicht: Dimitiri Ovtcharov scheitert bei der Tischtennis-WM. Bild: AP

Emotionen pur: Patrick Franziska und Petrissa Solja ist Bronze im Mixed nicht mehr zu nehmen, Timo Boll ist noch in zwei Wettbewerben dabei – und Dimitrij Ovtcharov völlig überraschend ausgeschieden.

          2 Min.

          Timo Boll darf bei der Tischtennis-WM von gleich zwei Medaillen träumen. Im Mixed hat das deutsche Team in Budapest sogar schon Bronze sicher. Vor allem zwei emotionale Siege von Boll und Patrick Franziska im Herren-Doppel sowie Petrissa Solja und Franziska im gemischten Doppel haben am Mittwochabend bei diesen Weltmeisterschaften sogar das völlig überraschende Ausscheiden von Dimitrij Ovtcharov im Einzel in den Hintergrund gedrängt.

          Im einen Wettbewerb zog Vielspieler Franziska zunächst mit seinem Freund Boll ins Viertelfinale ein. Gegen die beiden Franzosen Tristan Flore und Emmanuel Lebesson hieß es nach einer 3:0-Satzführung und dem 3:3-Ausgleich am Ende 4:3. Nur wenige Minuten später trat der Weltranglisten-18. vom 1. FC Saarbrücken mit Solja schon wieder in der Runde der besten acht Mixed an den Tisch, besiegte Masataka Morizono und Mima Ito aus Japan in 4:2 Sätzen – und verletzte sich nur vier Punkte vor dem Halbfinal-Einzug am großen Zeh.

          „Ich habe ein Knacken gespürt. Gebrochen ist aber anscheinend nichts“, sagte Franziska hinterher. „Wir haben uns dann gesagt: Ich haue die Dinger nur noch durch und bewege mich nicht mehr viel.“

          Wollen im Doppel erfolgreich sein: Patrick Franziska (rechts) mit Timo Boll
          Wollen im Doppel erfolgreich sein: Patrick Franziska (rechts) mit Timo Boll : Bild: dpa

          Seine nächsten beiden Einsätze am Donnerstagabend will der 26-Jährige „auf jeden Fall durchziehen“. Sie seien vorbehaltlich einer weiteren ärztlichen Untersuchung nicht in Gefahr. Im Doppel geht es zusammen mit Boll zunächst um 18.00 Uhr gegen die Portugiesen Tiago Apolonia und Joao Monteiro. Auch hier gilt: Wer das Halbfinale erreicht, hat mindestens die Bronzemedaille sicher. Denn dritte Plätze werden bei einer WM nicht extra ausgespielt. Im Mixed kommt die letzte Hürde auf dem Weg ins Endspiel ab 20.00 Uhr wieder aus Japan. Maharu Yoshimura und Kasumi Ishikawa gewannen den WM-Titel 2017 in Düsseldorf. Petrissa Solja holte damals schon mit dem Chinesen Fang Bo Bronze.

          Rekord-Europameister Boll ist nach seinem überzeugenden 4:0-Sieg gegen den Japaner Morizono auch im Einzel noch als einziger Deutscher im Rennen. In beiden Wettbewerben hat der 38-Jährige zudem das Losglück, erst im Finale auf Gegner aus China treffen zu können. Im Einzel bekommt er es in der Runde der besten 16  am Donnerstag mit dem Weltranglisten-Zehnten Jang Woojin aus Südkorea zu tun. „Ich versuche, alles rauszuholen“, sagte der Star des deutschen Tischtennis, der bei einer Individual-WM bislang nur einmal Silber im Doppel (2005) und einmal Bronze im Einzel (2011) holte. „Ich bin froh, dass ich mich gut in das Turnier hineingearbeitet habe.“

          Dass der viel beanspruchte Franziska im Einzel gegen den Südkoreaner Lee Sangsu ausschied (1:4), war am Mittwoch keine große Überraschung. Dass es Ovtcharov bei einer WM wieder vorzeitig erwischte, dagegen schon. 3:4 verlor der 30-Jährige gegen Tomislav Pucar aus Kroatien. „Das war heute nicht gut genug“, sagte Ovtcharov enttäuscht. Nach großen Verletzungsproblemen hatte sich der frühere Europameister gerade erst wieder in die internationale Spitze zurückgespielt. Bei einer WM kam er bislang jedoch noch nie über das Achtelfinale hinaus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Julian Reichelt am 30. Januar 2020 auf einer Messe in Düsseldorf

          Bild-Chef Julian Reichelt : Sex, Lügen und ein achtkantiger Rauswurf

          Erst bringt die New York Times eine Riesenstory über Springer. Vorher stoppt der Verleger Ippen eine Recherche über den Bild-Chef Reichelt. Der ist seinen Job plötzlich los. Er hat wohl den Vorstand belogen. Die Chaostage sind perfekt.
          Antje Rávik Strubel, Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2021, am Montagabend in Frankfurt

          Deutscher Buchpreis 2021 : Die abgeklärte Kämpferin

          Exzellente Wahl: Antje Rávik Strubel erhält für ihren Roman „Blaue Frau“ den Deutschen Buchpreis. Aus ihren Dankesworten war eine große Sicherheit zu spüren, diesen Preis verdient zu haben: als Lohn für eine Kampfansage.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.