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1:0 gegen Manchester City : Die Ergebnis-Bayern gewinnen in letzter Minute

Matchwinner: Jerome Boateng trifft spät, aber rechtzeitig Bild: dpa

Der Auftakt der Champions League ist gelungen. Die Münchner Bayern warten bis zur letzten Minute, ehe sie die Partie gegen Manchester City doch noch für sich entscheiden.

          3 Min.

          Zwei Bundesliga-Torschützenkönige (Dzeko und Lewandowski), ein WM-Torschützenkönig (Müller) und der Schütze des goldenen WM-Tores (Götze) – im Treffen von Bayern München und Manchester City hat es trotz so viel geballter Schusskunst bis zur 90. Minute nicht zu einem Treffer gereicht. Dann musste der Abwehrspieler Jerome Boateng kommen, um doch noch den späten Siegtreffer zum 1:0 für den deutschen Meister zu erzielen. „Es war super wichtig zu gewinnen. Das war ein hartes Stück Arbeit. Am Ende haben wir verdient gewonnen“, sagte Matchwinner Boateng im TV-Sender Sky. „Wir hatten viele Chancen und Pech gehabt, Wir haben aber alle daran geglaubt.“ Trainer Pep Guardiola zeigt sich ebenfalls froh: „Wir sind glücklich, dass wir uns in der harten Gruppe im ersten
          Spiel durchgesetzt haben.“

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          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Manchester City ist inzwischen ein alter Bekannter der Bayern – zum dritten Mal in vier Jahren Gruppengegner des deutschen Rekordmeisters. Vor drei Jahren waren die Engländer als Vorrundendritter hinter den Bayern und dem SSC Neapel gescheitert, vor einem Jahr hatten sie trotz eines 3:2-Sieges im letzten Vorrundenspiel in München den Gruppensieg vor den Deutschen um nur ein Tor verpasst und so im Achtelfinale den FC Barcelona zugelost bekommen, was das Aus bedeutete.

          Pellegrini auf der Tribüne

          Trainer Manuel Pellegrini, der damals in der Münchner Arena die Chance auf Platz eins verschenkt hatte, als er nach der Wende von 0:2 auf 3:2 gegen die verunsicherten Bayern auf Sicherheit spielen ließ – im Irrglauben, ein unrealistisch erscheinendes 5:2 sei nötig –, bekam diesmal keine Gelegenheit, sich abermals zu verrechnen. Er musste wegen einer Sperre das Spiel auf der Tribüne verfolgen.

          Er sah schon nach kaum dreißig Sekunden sein Team um ein Haar in Rückstand geraten. Robert Lewandowski überrumpelte die noch unsortierte City-Abwehr mit einem Hackentrick in den Lauf von Thomas Müller, der Torwart Joe Hart umspielte, dann aber strauchelnd nur das Außennetz des leeren Tores traf. Danach zeigte sich auch City erstmals gefährlich, als David Silva zu Edin Dzeko durchspielte, der Manuel Neuer aus spitzem Winkel fast überlistet hätte, doch der Nationaltorwart tauchte schnell genug ins kurze Eck (13.). Der wuchtige Bosnier hatte auch danach die besten Chancen der ersten Hälfte, als er zunächst aus 15 Metern diagonal knapp am langen Eck vorbei schoss (22.) und dann im letzten Moment von Jerome Boateng am Abschluss aus kurzer Entfernung gehindert wurde (26.).

          Bayern ohne Ribery

          Doch auch ohne den nach seinem Saisondebüt am Samstag gegen Stuttgart prompt wieder an Kniebeschwerden leidenden Franck Ribéry waren es vor allem die Bayern, die Zug zum Tor entwickelten – in dem an diesem Tag aber ein ausgezeichneter englischer Keeper stand. Hart hielt Müllers wuchtigen Kopfball (19.) ebenso glänzend wie Mario Götzes Direktabnahme (21.) und David Alabas strammen Schuss aus vierzehn Metern (32.). Die größte Chance vor der Pause vergab jedoch Lewandowski, als er in einer Kopie von Müllers Szene aus der ersten Minute Hart links umspielte, dann aber das verwaiste Tor ebenfalls verfehlte (36.).

          Ein ordentliches Debüt in der Dreier-Abwehrkette der Bayern zeigte Mehdi Benatia, der für 26 Millionen Euro vom AS Rom gekommene Innenverteidiger aus Marokko. Seinen Saisoneinstand gab, nach überstandener Verletzung, auch der Brasilianer Rafinha, der auf der rechten Abwehrseite Kapitän Philipp Lahm den Rücken für eine Rolle im Mittelfeld freihielt – Lahm kam so nach fünfzig Minuten zum ersten gefährlichen Torschuss der zweiten Hälfte, verfehlte das Ziel aus 18 Metern aber knapp. Hart hielt einen abgefälschten Ball von Götze (55.) und konnte dann seinen ersten Fehlgriff ausbügeln, als er zunächst unter einer Flanke durchsegelte, den folgenden Direktschuss von Juan Bernat aber über die Latte lenkte (59.). Auf der Gegenseite verpasste Silvas Kopfball Neuers Kasten nur knapp (63.).

          Die Partie blieb munter, es ging jedoch die Präzision, die zuvor schon beim Abschluss gefehlt hatte, zunehmend auch schon im Spielaufbau verloren, so dass es kaum noch zu guten Chancen kam. Auch Arjen Robben konnte das nicht mehr ändern. Der eingewechselte Holländer brachte außer einem theatralischen Sturz, der nicht mit dem gewünschten Elfmeter belohnt wurde, nichts Nennenswertes zustande. So bedurfte es des großen Momentes von Boateng, der nach einer Ecke mit einem von Götze leicht abgefälschten Direktschuss unhaltbar ins Toreck traf – und den Bayern doch noch einen europäischen Auftakt nach Maß bescherte.

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