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Diamond League in Zürich : Der 50.000-Dollar-Wurf

  • Aktualisiert am

Der Wurf ins Glück: Thomas Röhler erzielt Bestweite Bild: Fabrice Coffrini/AFP

Mit dem Tagessieg im traditionsreichen Letzigrund von Zürich gewinnt der deutsche Speerwerfer Thomas Röhler die Diamond-League-Serie - und damit 50.000 Dollar. Kugelstoßer Storl verpasst den Jackpot nur knapp.

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          Ein einziger Wurf brachte ihm 50.000 Dollar und den bislang größten Erfolg seiner Karriere. Elf Tage nach seinem EM-Blackout hat Speerwerfer Thomas Röhler in Zürich mit der persönlichen Bestweite von 87,63 Metern überraschend den Jackpot abgeräumt. Beim ersten Finale der Diamond League trumpfte der 22-Jährige aus Jena groß auf und schockte die versammelte internationale Konkurrenz gleich im ersten Versuch. Über 17 Meter weiter als bei der Leichtathletik-EM - der erste Sieg eines deutschen Speerwerfers bei „Weltklasse Zürich“ seit 13 Jahren (Raymond Hecht/2001) war redlich verdient. Zweiter wurde Olympiasieger Keshorn Walcott aus Trinidad und Tobago (85,77 Meter).

          Ansonsten konnten die EM-müden deutschen Leichtathleten am ersten Zahltag der Diamond League kaum glänzen, große Kasse machte vor allem die Konkurrenz. Kugelstoß-Europameister David Storl wurde hinter seinem amerikanischen Dauerrivalen Reese Hoffa mit guten 21,47 Metern Zweiter; der 24 Jahre alte Chemnitzer verpasste damit den Disziplin-Gesamtsieg. Der frühere Weltmeister Hoffa wuchtete die Kugel 41 Zentimeter weiter als sein Kumpel Storl. Diskuswerferin Shanice Craft (Mannheim) wurde Vierte, Hürdensprinterin Cindy Roleder (Leipzig) Fünfte - bei der EM hatten beide noch Bronze erkämpft.

          „Das war ein wahnsinnig hochklassiger Wettkampf“, sagte der Sachse Storl nach dem Showdown vor 25.000 Zuschauern im ausverkauften Letzigrund-Stadion. „Ich bin ganz froh, dass es wieder etwas bergauf geht. Ich starte morgen bei mir zu Hause in Thum - und dann freue ich mich auf das ISTAF am Sonntag in Berlin“, meinte der Welt- und Europameister. Routinier Hoffa kassierte 10.000 Dollar für den Tages- und 40.000 Dollar für den Gesamtsieg. Storl blieb auch in der Gesamtwertung nur Platz zwei.

          Große Sprint-Show ohne Bolt

          Die große Show lieferten im letzten Rennen eines Weltklasse-Abends die Supersprinter - auch ohne Leichtathletik-Lichtgestalt Usain Bolt.

          Unglücklicher Zweiter: Kugelstoßer David Storl

          Als Erster stürmte überraschend dessen jamaikanischer Landsmann Kemar Bailey-Cole ins Ziel: 9,96 Sekunden. Zweiter wurde amerikanische Sprinter Michael Rodgers (10,05) vor Europameister James Dasaolu (10,06) aus Großbritannien. Bei leichtem Gegenwind hielt die Weltjahresbestzeit des Amerikaners Justin Gatlin (9,80) dem Angriff der Besten stand. Seit 2008 ging der Sieg im Letzigrund nur an die Sprintgarde von der Karibik-Insel.

          Der Berliner Lucas Jakubcyk startete im B-Lauf über 100 Meter mit Wut im Bauch: Dritter in 10,22 Sekunden - diese Zeit hätte vor zwei Wochen im EM-Finale zu Bronze statt zu Platz fünf gereicht. Der 29-Jährige wurde nach der Absage von Weltrekordler Bolt, der schon sein Saisonende verkündet hat, in den „Trostlauf“ abgeschoben.

          Perfekte Haltung: Die Kroatin Ana Simic im Hochsprungwettbewerb

          Diskuswurf-Olympiasiegerin Sandra Perkovic gewann die Konkurrenz mit 68,36 Metern; ihren Punktsieg im Diamond Race hatte die Favoritin aus Kroatien schon vor dem 13. Meeting der Serie perfekt gemacht. Vierte wurde Shanice Craft mit 63,44 Metern. „Nach der EM ist die Spannung etwas abgefallen. Mit der Weite bin ich aber ganz zufrieden“, sagte die 21-Jährige, der in ihrem „Bronze-Ring“ diesmal 1,42 Meter zum dritten Rang fehlten.

          Jeder der 32 Disziplin-Gesamtsieger - die ersten 16 in Zürich - bekommt 40.000 Dollar (30.360 Euro); ein Tagessieg bringt 10.000 Dollar. Zweite und letzte Finalstation ist am 5. September Brüssel.

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