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Diamond-League-Finale : Przybylko springt hauchdünn am Jackpot vorbei

  • Aktualisiert am

Mateusz Przybylko in Aktion: 2,33 Meter reichen diesmal zu Rang zwei Bild: dpa

Beim Diamond-League-Finale der Leichtathleten springt Przybylko genauso hoch wie der Sieger – und wird dennoch nur Zweiter. Weitspringerin Mihambo fehlen zwanzig Zentimeter zum Jackpot.

          Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko ist beim Diamond-League-Finale in Brüssel hauchdünn am Jackpot vorbeigeflogen. Knapp drei Wochen nach seinem EM-Sieg von Berlin verpasste er den zweiten großen Coup der Saison nur knapp. Der Leverkusener sprang wie Brandon Starc am Freitagabend 2,33 Meter - die geringere Anzahl an Fehlversuchen bescherten schließlich dem Australier den Sieg und 50.000 Dollar Prämie.

          Der 26 Jahre alte Przybylko lieferte wie bei der EM, als er mit 2,35 Meter siegte, einen famosen Wettkampf ab und sorgte kurz vor Saisonende noch einmal für ein Highlight. Platz zwei brachte ihm immerhin 20.000 Dollar ein. Am Sonntag ist Przybylko noch beim Istaf in Berlin am Start.

          In Brüssel war er der einzige Deutsche auf dem Podest. Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo (LG Kurzpfalz) kam beim vorletzten Wettkampf einer langen Saison mit 6,61 Metern auf Platz vier. Sie verpasste den Disziplin-Jackpot um 20 Zentimeter. Sieg und Prämie sicherte sich Kolumbiens Dreisprung-Olympiasiegerin Caterine Ibarguen mit 6,80 Metern. Mihambo, die ebenfalls am Sonntag noch beim Istaf in Berlin antritt, durfte sich mit 6000 Dollar Prämie trösten. Vor knapp zwei Wochen hatte sie noch mit 6,96 Meter beim Königsklassen-Meeting in Birmingham gesiegt, diese Weite hätte nun klar zum Jackpot gereicht.

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          Platz vier gab es wie schon bei der EM in Berlin auch für Diskuswerferin Claudina Vita aus Neubrandenburg, die im Finale die Ein-Kilo-Scheibe auf 61,33 Meter warf. Nach sechs Disziplinsiegen in Folge riss überraschend die Erfolgsserie der Olympiasiegerin Sandra Perkovic (64,31), die diesmal nur Dritte wurde. Im letzten Versuch wurde die Kroatin noch von Yaimé Pérez aus Kuba mit 65,00 Metern und von Andressa de Morais aus Brasilien mit 64,65 Metern übertroffen. „Dumme Sachen passieren, aber so ist es im Sport“, sagte die durch eine Grippe geschwächte Ausnahmeathletin. Die EM-Zweite Nadine Müller (Halle/58,24) kam auf Platz sieben.

          Wenig zusammen lief nach verkorkster EM beim Diskus-Olympiasieger Christoph Harting. Der Berliner fabrizierte fünf ungültige Versuch, der einzig gültige war mit 65,13 Meter dann ganz passabel. Platz sechs bedeutete dies beim Sieg des Jamaikaners Fedrick Dacres (68,67).

          Der frühere Europameister Max Heß aus Chemnitz, der bei der EM das Finale im Dreisprung verpasste und als Nachrücker ins Diamond-League-Finale kam, fand auch in Brüssel nicht aus dem Tief: Mit 16,60 Meter wurde er Sechster.

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          Somit blieb Speerwerfer Andreas Hofmann der einzige deutsche Triumphator bei der Entscheidung der Diamanten-Wettkampfserie über 14 Stationen. Der Mannheimer hatte sich am Donnerstag beim ersten Final-Teil in Zürich den Jackpot gesichert.

          Für die international wertvollste Leistung in Brüssel sorgte der Äthiopier Selemon Barega, der über 5000 Meter in 12:43,02 Minuten auf Platz vier der ewigen Bestenliste und die beste Zeit weltweit seit 2005 lief. Nur Baregas große Landsleute Kenenisa Bekele und Haile Gebrselassie sowie der Kenianer Daniel Komen waren jemals schneller. Sage und schreibe acht Läufer blieben in Brüssel unter 13 Minuten.

          Weltmeister Christian Coleman (USA) knackte über 100 Meter bei leichtem Gegenwind in 9,79 als achter Sprinter überhaupt und als erster seit dem Karriereende von Usain Bolt die 9,80-Sekunden-Marke. In dem schnellen Rennen blieben auch der zweite Amerikaner Ronnie Baker (9,93), der frühere Weltmeister Yohan Blake (Jamaika/9,94) und der Brite Reece Prescod (9,99) unter der Zehn-Sekunden-Marke.

          Bei der mit Spannung erwarteten Revanche für das grandiose Stabhochsprung-Finale bei der EM  musste sich der erst 18 Jahre alte Europameister Armand Duplantis diesmal mit Platz sieben (5,68) begnügen. Der russische Sieger Timur Morgunow sprang 5,93 Meter und gewann vor Weltmeister Sam Kendricks (USA/5,88) und dem Kanadier Shawn Barber (5,83).

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