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Nationalmannschaft : Sicherheitsmaßnahmen vor Niederlande-Spiel erhöht

  • Aktualisiert am

Bundestrainer Löw und Manager Bierhoff: „Im Moment keine Sorgen“ Bild: dpa

Wenige Tage nach den Anschlägen von Paris spielt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft unter verschärfter Bewachung gegen die Niederlande. Bundestrainer Löw war zunächst dagegen.

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          Bundestrainer Joachim Löw hat sich nach den Terrorattacken in Paris zunächst gegen eine Austragung des Spiels gegen die Niederlande ausgesprochen. „Am Morgen danach hatte ich das Gefühl, dass das Spiel nicht stattfinden kann und soll“, sagte Löw am Montag in Barsinghausen. Nach langen Gesprächen und Beratungen sei dann aber am Sonntagmorgen „für alle klar gewesen, dass das Spiel stattfinden soll und muss“, betonte Löw. „Klar werden unsere Gedanken auch morgen bei den Familien und Freunden der Opfer sein. Und wir werden in jeder Phase des Spiels mitfühlen und mit trauern.“

          Er wünsche sich, dass die sportliche Rivalität mit den Niederländern in den Hintergrund rücke. „Wenn wir das Spiel so verstehen, haben wir unabhängig vom Ergebnis gewonnen“, sagte Löw vor der Partie am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF und im Liveticker bei FAZ.NET) in Hannover.

          Mittlerweile sind die Sicherheitsvorkehrungen „rund um die Mannschaft erhöht“ worden, wie Teammanager Oliver Bierhoff am Montag in Barsinghausen sagte. Polizisten mit Spürhunden durchsuchten das Mannschaftshotel. Löw sagte, er mache sich „im Moment keine Sorgen“, weil man auch in ständigem Kontakt mit den höchsten Sicherheitsinstanzen stehe.

          „Jetzt sind wir gefordert, ein Signal zu setzen“, erklärte DFB-Interimspräsident Rainer Koch der ARD. Angesichts der Ereignisse in Frankreich sei klar: „Sicherheit hat Prio 1“, so Koch. Vor dem Teamquartier herrschen leicht verstärkte Vorkehrungen. Die Zufahrt zur Sportschule ist rund 150 Meter vor dem Gebäude mit rot-weißen Plastikbarrieren abgesperrt. Polizisten kontrollieren Autofahrer, die auf den Parkplatz fahren wollen.

          Bundestrainer Löw: ein Zeichen der Gemeinschaft setzen
          Bundestrainer Löw: ein Zeichen der Gemeinschaft setzen : Bild: dpa

          Man wolle als Mannschaft ein Zeichen der Gemeinschaft setzen, mit dem französischen Volk und mit den Angehörigen der Opfer, kündigte Bierhoff an. „Wir dürfen gemeinsam dem Terror nicht weichen. Wir sind wehrhaft“, sagte Koch. „Die Gesellschaft muss natürlich Trauer zeigen. Und sich dann überlegen, wie geht es weiter“, betonte der Funktionär. Auch Kanzlerin Angela Merkel wird mit Bundesministern am Dienstagabend im Stadion dabei sein.

          Ohne Schweinsteiger, Neuer und Podolski

          „Der Sport steht jetzt total im Hintergrund“, hatte Löw unter dem Eindruck der Ereignisse in Paris gesagt. Gemeinsam mit „den Freunden vom holländischen Fußballverband“ werde man sich „einige Aktionen einfallen lassen“, um der Partie gegen die Niederlande einen würdigen Rahmen zu verleihen, versicherte Koch.

          Löw hat den Kader im Vergleich zu dem von Anschlägen mit mehr als 120 Toten überschatteten Spiel am vergangenen Freitag in Paris gegen EM-Gastgeber Frankreich um sechs Spieler auf 18 Akteure verkleinert. Nicht mehr im Aufgebot stehen Kapitän Bastian Schweinsteiger, Torwart Manuel Neuer und Lukas Podolski, die von Löw eine Pause bekommen.

          Jérôme Boateng (Knie) und Jonas Hector (Oberschenkel) sind angeschlagen. Leroy Sané reist wie vorab vereinbart zur U 21. Nach der Rückkehr aus Paris hatte Löw die Spieler zunächst nach Hause zu ihren Familien entlassen.

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