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DFB-Pokal : Union will nach Berlin

  • Aktualisiert am

Berliner Matchwinner: Daniel Ernemann Bild: dpa

In Berlin blühen die Pokal-Träume, in Magdeburg ist Ernüchterung eingekehrt. Während Union Berlin überraschend das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht hat, schied Oberligst FC Magdeburg gegen FC Schalke 04 aus.

          Ein eher namensloser Außenseiter und drei dann doch noch eingermaßen namhafte Mannschaften stehen im DFB-Pokal-Halbfinale. FC Schalke 04, VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach und Union Berlin haben sich für die am 5./6. Februar ausgetragene Runde der letzten Vier qualifiziert.

          FC Magdeburg - FC Schalke 04 0:1 (0:1)

          Eine eher durchschnittliche Leistung und ein Elfmetertor von Jörg Böhme (34.) reichte dem Bundesligisten zum Weiterkommen. Magdeburgs Trainer Eberhard Vogel nahm die Niederlage gelassen hin: „Schalke hat verdient gewonnen und war besser. Vor allem in der Abwehr. Wir haben dennoch ein gutes Spiel gemacht.“ Andreas Möller sprach Komplimente aus, „an den Gegner und uns.“ Das es kein großes Spiel war, gab auch der Millionen-Mann zu. „Was haben sie erwartet“, fauchte Möller den Frager an, „bei diesem Boden ging´s nicht besser.“ Ex-Bundesligaspieler Bodo Schmidt tröstete sich mit der Erkenntnis, „dass wir normalerweise so weit hätten gar nicht kommen dürfen.“

          VfB Stuttgart - SC Freiburg 2:1 n.V. (1:1, 1:1)

          DFB-Pokal Ralf Rangnick darf sich auf ruhige Weihnachstage freuen. Durch einen 2:1 (1:1, 1:1)-Erfolg nach Verlängerung über den Ligakonkurrenten SC Freiburg zog der VfB Stuttgart erstmals seit 1997 wieder in das Halbfinale ein und nahm seinen vielkritisierten Coach nach der Talfahrt in der Bundesliga vorerst aus der Schusslinie. Für ein frohes Fest bei den Schwaben sorgte der Rumäne Viorel Ganea, der in der 96. Minute nach einem Pass von Sean Dundee den vielumjubelten Siegtreffer erzielte. In der ersten Halbzeit hatte Junioren-Nationalspieler Sebastian Kehl (31.) die Führung der Gastgeber durch Mittelfeld-Regisseur Krassimir Balakow (29.) ausgeglichen. Der VfB war gegen die ohne fünf Stammspieler angereisten Breisgauer zunächst die spielbestimmende Mannschaft. „Meine Jungs gehen auf dem Zahnfleisch“, hatte Freiburgs Coach Volker Finke auf die verschärfte Personalsituation hingewiesen. Und der Fußball-Lehrer sah seine Befürchtungen zunächst bestätigt. Vor rund 18.000 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion zirkelte der Bulgare Balakow einen Freistoß zur verdienten VfB-Führung in den Torwinkel.

          Union Berlin - VfL Bochum 1:0 (0:0)

          Daniel Ernemann krönte eine kämpferische Bravourleistung des Regionalligisten 1. FC Union Berlin. Sein Tor in der 90. Minute besiegelte das 1:0 (0:0) über den Bundesligisten VfL Bochum, womit die Gastgeber als fünfter Drittligist in der Geschichte des DFB-Pokals ins Halbfinale einziehen. Das Team aus dem Berliner Stadtteil Köpenick, das 1968 den Fußball-Pokal der DDR gewann, versetzte die Fußball-Fans in der Hauptstadt in eine unbeschreibliche Euphorie. „Das ist einfach fantastisch. Wir sind eine Mannschaft, wie für den Pokal geschaffen und besonders in der Defensive stark. Ich weiß nicht, woher der Ball kam, ich habe nur drauf gehalten“, berichtete Abwehrspieler Ernemann, der die allgemeine Bochumer Verwirrung nach einem Freistoßtrick seiner Mannschaft zur Entscheidung nutzte. Auf leicht gefrorenem Boden im Stadion „Alte Försterei“ war vor 11.045 Zuschauern nur in den ersten 20 Minuten ein Klassenunterschied zu erkennen. Die Gäste, die kurzfristig auch noch auf Regisseur Yildiray Bastürk (Mandelentzündung) verzichten mussten, hatten die größeren Spielanteile, ohne jedoch ernsthaft gefährlich zu werden.

          MSV Duisburg - Borussia Mönchengladbach 0:1 (0:0)

          Borussia Mönchengladbach nimmt Kurs auf den vierten Pokalsieg seiner Vereinsgeschichte. Der fünfmalige deutsche Meister setzte sich in der Runde der letzten Acht im Zweitliga-Duell beim MSV Duisburg 1:0 (0:0) durch und steht zum achten Mal in der Vorschlussrunde des DFB-Pokals. Vor 28.000 Zuschauern im Wedaustadion war Mönchengladbachs Torjäger Arie van Lent der „Held des Abends“. Mit seinem vierten Pokaltreffer bescherte der Torjäger seinem Klub eine zusätzliche Einnahme von rund zwei Millionen Mark. Van Lent verwandelte in der 67. Minute einen von MSV-Kapitän Torsten Wohlert an Bernd Korzynietz verursachten Foulelfmeter zum 1:0. Die ehemaligen Erstligisten trafen erst zum zweiten Mal im DFB-Pokal aufeinander. Bereits 1975 hatte die Borussia an der Wedau durch ein Tor von Ex-Bundestrainer Berti Vogts 1:0 gewonnen. Beide Mannschaften liefen mit dem Selbstvertrauen beeindruckender Serien auf. Die Hausherren waren seit über zwei Monaten und zwölf Pflichtspielen unter ihrem neuen Trainer Seppo Eichkorn ungeschlagen. Mönchengladbach hatte zuvor zehn Mal in Serie nicht verloren.

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