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DFB-Pokal : Top-Sponsor soll DFB-Pokal aufwerten

  • Aktualisiert am

Bald noch reizvoller: der DFB-Pokal Bild: dpa-Bildfunk

Um den Pokalwettbewerb sportlich attraktiver und finanziell lukrativer zu machen, sucht der DFB einen neuen Sponsor-Partner.

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          Mit einem Sponsor will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seinen Pokalwettbewerb zu neuer Attraktivität verhelfen. Mit dem Geld des Presenting-Partners soll der zuletzt in den Schatten gerückte DFB-Pokal in der kommenden Saison aufgewertet und vor allem finanziell lukrativer gemacht werden.

          Dass der Reiz des DFB-Pokals meist eher einseitig ist, zeigen die beiden Nachholpartien des Achtelfinales. Für Zweitligist Hannover 96 ist das Heimspiel am Dienstag gegen Bayer Leverkusen das Spiel des Jahres, für den Erstliga-Spitzenreiter hingegen eine Pflichtaufgabe.

          England gibt Einnahme-Möglichkeiten vor

          Ähnlich sieht die Rollenverteilung am Mittwoch beim Gastspiel des VfL Wolfsburg bei Champions-League-Sieger Bayern München (ARD/20.15 Uhr) aus. In England werden durch einen eigenen Pokalsponsor jährlich rund 12,78 Millionen Euro (25 Millionen Mark) eingenommen.

          Aus der Pokal-Historie: Magdeburg schlägt München

          „Ganz so viel wird es bei uns am Anfang wahrscheinlich nicht werden“, sagte DFB- Marketingdirektor Horst Lichner. Er gehe aber von einem zweistelligen Millionen-Betrag pro Jahr aus. In der kommenden Saison ist die Einführung des Pokal-Sponsorings auf die maximal neun Fernsehspiele beschränkt.

          Ab 2003 Paket für drei Jahre

          Von der Saison 2003/04 an soll sich das Paket für drei Jahre auf den gesamten Wettbewerb erstrecken. Die Einnahmen kommen nach Angaben des DFB-Marketingdirektors in „einen gemeinsamen Topf mit dem Fernsehgeld, der damit dann für alle größer wird“.

          Bisher spielt der DFB-Pokal für Spitzenteams sportlich wie wirtschaftlich eine untergeordnete Rolle. Die Zuschauereinnahmen werden ebenso aufgeteilt wie das Fernsehgeld bei Live-Übertragungen, so dass vor allem Clubs mit kleineren Etats profitieren.

          Ausschreibung verschickt

          Durch die zusätzlichen Einnahmen könnte der DFB den Wettbewerb für die Bundesligisten - abgesehen von den Millionenclubs wie Bayern und Dortmund - zumindest finanziell interessanter machen. Die Ausschreibung für das Sponsoring-Paket ist nach Lichners Angaben in Abstimmung mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sowie den Fernsehrechte-Inhabern ARD und ZDF in diesen Tagen verschickt worden.

          Einen ersten Interessenten, der bisher noch kein Sportsponsoring betreibt, gebe es bereits. „Der Markt ist auf jeden Fall da“, sagte Lichner. Namensrechte vergibt der Verband allerdings nicht. Der Wettbewerb soll auch zukünftig DFB-Pokal heißen und lediglich um den Zusatz „präsentiert von“ erweitert werden. Als Gegenleistung will der DFB dem Presenting-Sponsor darüber hinaus Werbemöglichkeiten auf den Trikots der Mannschaften und auf den Stadionbanden anbieten.

          Werberecht mit Einschränkung

          Zudem soll der Geldgeber während der TV-Übertragungen präsentiert werden. „Da werden wir vielleicht dem ein oder anderen Verein auf die Füße treten“, meinte Lichner zu dem umfangreichen Paket: „Die Vereine sind aber über die Liga involviert.“ Damit die Clubs ihren Hauptsponsoren auch im Pokal Branchen- Exklusivität bieten können, unterliegen die neuen Werberechte Einschränkungen.

          „Wenn Trikot- und Presenting-Sponsor aus der gleichen Branche kommen, verzichten wir auf die zusätzliche Trikotwerbung, um den Hauptsponsor des Vereins zu schützen“, erklärte Lichner. Die Werberechte für die im Fernsehen live gezeigten Pokalspiele liegen ohnehin schon beim DFB. Wie eingeschränkt die Einnahmequellen sind, zeigen die Spiele dieser Woche.

          Das Dienstag-Spiel in Hannover ist zwar mit 48.500 Zuschauern fast ausverkauft, aber zusätzliches Fernsehgeld gibt es nicht, da im Achtelfinale nur ein Spiel live übertragen werden darf. Die ARD hat sich für den Quoten-Garanten Bayern München entschieden, der dafür aber gegen den VfL Wolfsburg kein volles Stadion erwartet.

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