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DFB-Pokal : Schwerer Tag für Calmund

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Immer im Blickpunkt: Reiner Calmund Bild: dpa

Erst wird Reiner Calmund, Manager von Bayer Leverkusen im Prozess gegen Christoph Daum aussagen, dann steigt das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den 1. FC Köln.

          Am Dienstag kommt es im Kokain-Prozess von Fußball-Lehrer Christoph Daum vor dem Koblenzer Landgericht zum Showdown: Reiner Calmund, der Manager des Bundesligisten Bayer Leverkusen, wird in den Zeugenstand berufen und hat bereits 24 Stunden vor dem mit Spannung erwarteten 20. Verhandlungstag der Ersten Großen Strafkammer Kooperationsbereitschaft signalisiert.

          „Ich werde den Richtern komplett sagen, was sie wissen wollen. Auch eine Vereidigung wäre kein Problem“, sagte Calmund. Mit dem ehemaligen Bayer-Coach hatte Calmund über Jahre eine sehr freundschaftliche Beziehung gepflegt. Der Vorsitzende Richter Ullrich Christoffel und Staatsanwalt Dr. Jörg Angerer erwarten von Calmund präzise Angaben zum Transport der umstrittenen Haarprobe des „Um-ein-Haar-Bundestrainers“ von Leverkusen in das Kölner Institut für Rechtsmedizin.

          Im Blickpunkt der Öffentlichkeit

          Die Aussage Calmunds werden am Dienstag voraussichtlich mehr als ein Dutzend Kamerateams und rund 50 Medienvertreter verfolgen. Calmund kennt das Interesse der Öffentlichkeit - und er genießt es bisweilen. So wie am Abend desselben Tages. Denn dann steigt das wichtige DFB-Pokal-Halbfinale für die Bayer-Elf.

          Vor der letzten Zwischenstation auf dem Weg zum ersten Titelgewinn seit neun Jahren redet Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen den rheinischen Rivalen und Fast-Absteiger 1. FC Köln stark. „Das wird für uns das schwerste Spiel der Saison“, warnt Torjäger Ulf Kirsten, der beim DFB-Pokalsieg 1993 das „goldene Tor“ zum 1:0 gegen die Amateure von Hertha BSC Berlin erzielt hatte, vor dem Cup-Halbfinale am Dienstag (20.30 Uhr/live im ZDF): „Für den FC ist das die letzte Chance, die Saison noch irgendwie zu retten.“

          Wichtiger als gegen Juventus

          Bayer-Trainer Klaus Toppmöller und Manager Reiner Calmund mahnen ebenfalls zur Konzentration vor dem vermeintlich ungleichen Duell des Bundesliga-Spitzenreiters und dem abgeschlagenen Schlusslicht. Das Halbfinale sei wichtiger als die Champions-League-Partie in der kommenden Woche gegen den italienischen Rekordmeister Juventus Turin, meinen die Verantwortlichen unisono.

          Toppmöller, der Bernd Schneider und Yildiray Bastürk wohl eine „schöpferische Pause“ gönnen wird, meint, „dass wir nur verlieren können“, Calmund ergänzt, dass „wir mit einem Sieg nicht nur im Finale, sondern sicher im internationalen Geschäft“ sind: „Das muss jeder verinnerlichen. Die Bundesliga-Tabelle müssen wir vergessen. Hier geht es um 90 oder 120 Minuten Fußball mit Leidenschaft und Kampf.“

          „Ehrliche Arbeit abliefern“

          Das Argument der „Zusatzbelastung“, mit dem der nationale Pokal-Wettbewerb von den Top-Klubs in den letzten Jahren häufig abgewertet wurde, lässt Toppmöller ohnehin nicht mehr gelten: „Wir liefern immer ehrliche Arbeit ab. Außerdem haben wir ja bis zum Ende der Saison sowieso keine Zusatzbelastung durch den Pokal mehr, weil das Endspiel erst nach der Saison stattfindet.“

          Nach der 1:4-Pleite in der Champions League bei Arsenal London und dem mageren 2:2 beim SC Freiburg (Michael Ballack: „Da haben wir einen Scheißdreck gespielt“) wollen die Bayer-Stars gegen Köln auch neues Selbstvertrauen für den Titelkampf in der Liga tanken.

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