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DFB-Pokal : Rotation als Mittel zur Frustbewältigung

  • Aktualisiert am

Frühe Entscheidung: Torschützen Jancker und Santa Cruz Bild: AP

Bayerns reinrotierter zweiter Sturm war im Pokalspiel beim SC Paderborn treffsicher: Zickler (2), Jancker und Santa Cruz trafen, dazu Nico Kovac.

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          „Ich lasse mich von Schlagzeilen, ich würde zuviel rotieren lassen, nicht beirren. Ich brauche ausgeruhte Spieler, und die Spieler brauchen öfter mal eine Erholung“, erklärte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld.

          Auf sieben Positionen hatte der General sein Team gegenüber der 2:3-Niederlage im Supercup gegen den FC Liverpool am vergangenen Freitag verändert und in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals einen ungefährdeten 5:1 (2:0)-Sieg beim Regionalligisten SC Paderborn erzielt.

          Chefkritiker Hoeneß hochzufrieden

          Dieser Erfolg überzeugte sogar Manager und Chefkritiker Uli Hoeneß: „Wir haben gespielt wie aus einem Guss“, meinte Hoeneß bereits zur Halbzeit. Nach der Partie behauptete er gar, die Bayern hätten „Fußball zelebriert“. Hitzfeld konstatierte, seine Mannschaft habe „sehr konzentriert“ gespielt und eine „gute Reaktion auf die Niederlage gegen Liverpool“ gezeigt.

          Zudem rehabilitierte sich sein Team für das peinliche Pokal-Aus im Vorjahr, als es bereits in der zweiten Runde am damaligen Viertligisten 1. FC Magdeburg gescheitert war (1:1, 2:4 i.E.).

          Vier Tore des zweiten Sturms

          Eine neu formierte Abwehr und einen komplett neu besetzten Sturm hatte Hitzfeld vor 26.000 Zuschauern auf der Bielefelder Alm aufgeboten und damit den Konkurrenzkampf beim Champions-League-Sieger weiter forciert.

          Die Angreifer Carsten Jancker (6.), Roque Santa Cruz (23.) und Alexander Zickler (51./71. ) erzielten vier der fünf Treffer. Santa Cruz bereitete Niko Kovacs Tor (65.) vor, auch Jancker glänzte bei Zicklers 3:0 als Vorbereiter.

          Giovane Elber und Claudio Pizarro, die zunächst nur auf der Bank saßen, baten ihren Trainer anschließend sogar, eingewechselt zu werden, um selbst noch einmal ihre Visitenkarte abzugeben. „Sie wollten noch ein bisschen zaubern“, sagte Hitzfeld.

          Fink erwies sich als Alternative im Mittelfeld

          Auch mit Ciriaco Sforzas Leistung als neuem Abwehr-Chef für Pablo Thiam, der offiziell unter einen Muskelverhärtung litt, konnte der Trainer des zehnmaligen DFB-Pokalsiegers zufrieden sein.

          Im Mittelfeld bot der neu ins Team gekommene Thorsten Fink eine starke Vorstellung: „Ich habe in der letzten Zeit wenig gespielt. Da kam mir ein solches Spiel durchaus gelegen“, meinte der Mittelfeldspieler. „Ich wusste, worum es heute für mich ging.“

          Stammformation gesucht

          Wie sehr sich Hitzfeld trotz des insgesamt geglückten Wechselspiels nach einer Stammformation sehnt, bewiesen die taktischen Varianten, die er in Bielefeld wagte. So wechselte er Sforza nach dem 3:0 aus und testete eine Zweier-Abwehrkette aus Sammy Kuffour und Thomas Linke.

          Die geglückten Experimente gegen den Drittligisten sah der versöhnte Bayern-Coach durchaus als Maßstab, „da uns Paderborn echt gefordert hat“.

          Kooperativer Aufbaugegner

          Allerdings waren die tapferen Ostwestfalen in ihrer Rolle als Aufbaugegner äußerst kooperativ und taten dem deutschen Rekordmeister den Gefallen, mutig nach vorne zu spielen. „Hätten wir uns nur hinten reingestellt und die Bälle rausgeschlagen, wäre es kein schönes Spiel gewesen“, meinte Trainer Markus Gellhaus.

          Mit der Leistung seiner Elf war der 31-Jährige trotz der deutlichen Niederlage zufrieden: „Unser Traum ist nun leider vorbei. Doch nach diesem Spiel konnte sicherlich jeder von uns beruhigt einschlafen.“

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