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DFB-Pokal : Kritik an Live-Spiel Bayern gegen Hannover

  • Aktualisiert am

Vater und Restaurator des DFB-Pokals: Goldschmied Wilhelm Nagel Bild: dpa

Bayer Leverkusen und Schalke 04 haben die kurzfristig angesetzte Live-Übertragung der DFB-Pokalbegegnung zwischen Bayern München und Hannover 96 scharf kritisiert.

          Die kurzfristige Live-Übertragung des DFB-Pokalspiels zwischen Bayern München und Hannover 96 hat zwar bei den Fernsehzuschauern für Freude gesorgt, bei Vertretern anderer Vereine allerdings scharfe Kritik ausgelöst.

          Billig ist der Deal zudem nicht: Eigentlich haben ARD und ZDF laut Vertrag nur Anspruch auf eine Live-Übertragung pro Pokalrunde. Offenbar kostet die ARD das Zusatzspiel rund zwei Millionen Euro.

          Holzhäuser: „Eine Sauerei“

          Das ist rund eine halbe Million mehr als normalerweise für eine solche Partie, da der DFB mit Regressforderungen von anderen Vereinen rechnen muss, die durch die Übertragung des Bayern-Spiels geringere Zuschauereinnahmen monieren könnten.

          „Ich freue mich zwar für die Fans in ganz Deutschland, dass sie sowohl das Spiel von Bayern München als auch das von Schalke 04 sehen können. Aber dass dafür andere Spiele einfach verlegt und die beteiligten Vereine davon nicht einmal informiert und vor vollendete Tatsachen gestellt werden, halte ich für eine Sauerei“, schimpfte Bayer Leverkusens Finanzmanager Wolfgang Holzhäuser: „Das werden wir mit dem DFB eingehend diskutieren müssen.“

          Assauer: „Reine Sensationsgier“

          Nachdem die ARD kurzfristig die Übertragungsrechte an der DFB-Pokalbegegnung zwischen Bayern München und Hannover 96 erworben hatte, wurde die Partie zwischen Pokalverteidiger Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach, die zuvor als einziges Live-Spiel vorgesehen war, von 20.30 Uhr auf 20.45 Uhr verschoben. „Ich bin sehr enttäuscht. Es zeigt sich mal wieder, dass es nicht nur um den Sport, sondern um die reine Sensationsgier geht“, kritisierte Schalkes Manager Rudi Assauer.

          Bald würden die Live-Übertragungen wohl erst einen Tag vorher vergeben, um zu sehen, welches Spiel die meiste Brisanz verspreche, meinte Assauer. Neben der Partie zwischen den Bayern und Hannover war auch das Spiel zwischen Kiel und Bochum für 19.00 Uhr, die Partien in Leverkusen (gegen Stuttgart), Cottbus (gegen Kaiserslautern), Offenbach (gegen Nürnberg), St. Pauli (gegen Bremen) und Ahlen (gegen Reutlingen) für 19.30 Uhr angesetzt. „Wer soll dann zum Beispiel in Ahlen noch ins Stadion gehen, wenn man gleichzeitig im Fernsehen Bayern München sehen kann?“ stellte Holzhäuser die kurzfristige Live-Übertragung in Frage.

          Mayer-Vorfelder und Pleitgen einigen sich am Telefon

          Die kurzfristige Entscheidung fiel nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in einem Telefonat des ARD-Vorsitzenden Fritz Pleitgen mit DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder. „Wegen des außergewöhnlichen sportlichen Interesses am Spiel der Bayern gegen Hannover haben wir auf Grund der guten Geschäftsbeziehungen mit der ARD der Bitte von Herrn Pleitgen entsprochen und einer Ausnahmeregelung zugestimmt“, begründete Gerhard Mayer-Vorfelder seine Entscheidung.

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