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DFB-Pokal : Hertha BSC in „absolut schwieriger Situation“

  • Aktualisiert am

Kein Durchkommen für den Berliner Oliver Schröder Bild: dpa/dpaweb

Auch der Pokal brachte für Hertha BSC keine Wende. Nach fünf sieglosen Spielen in der Liga scheiterten die Berliner im Pokal gegen Regionalligaklub Braunschweig und brachten Trainer Falko Götz in die Bredouille.

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          Nach der „kollektiven Desorientierung“ von Braunschweig, wie Manager Dieter Hoeneß die Pokal-Blamage beim Drittligisten einstufte, droht Hertha BSC der Rückfall in eine Eiszeit wie unter Huub Stevens.

          „Es ist eine absolut schwierige Situation“, meinte Trainer Falko Götz am Tag nach dem 2:3 bei der Eintracht und erklärte die nächste Bundesliga-Partie zum Wegweiser: „Wir wissen, was in Hamburg auf uns zukommt. Wir haben einiges gutzumachen. Das weiß die Mannschaft einschließlich des Trainerteams.“ Und der Coach ergänzte am Donnerstag: „Ich bin mir meiner Verantwortung bewußt. Ich habe gemeinsam mit der Mannschaft verloren.“

          „Konfuses Defensivverhalten“

          Nach der Niederlage, in der „Pokalschreck“ Eintracht die Schwächen des Bundesligisten noch schonungsloser aufgedeckt wurden als bei den fünf Remis in der 1. Liga, hatte Götz sein Team heftig kritisiert und nur „dreieinhalb Spielern“ Normalform attestiert: „Es geht nicht an, daß meine Mannschaft ein derart konfuses Defensivverhalten an den Tag legt.“ Fredi Bobic gestand: „Der Braunschweiger Sieg war verdient.“

          Welch ein Frust: Dem Berliner Marcelinho gelang nicht mehr als die erste Führung

          Mit der Verbannung von Routiniers wie Niko Kovac, Dick van Burik oder Bobic auf die Bank wollte er ein Zeichen setzen, doch der Schuß ging nach hinten los. Auch „Doping-Sünder“ Marko Rehmer, in der Liga noch gesperrt, löste die Defensiv-Probleme nicht. Eigentlich hätte es in die Startelf keinen Qualitätsverlust geben dürfen, machte Götz klar, „warum habe ich 22 oder 25 gestandene Leute im Kader?“

          Hoeneß: „In mir brodelt es“

          „Ich habe mit der meiner Meinung nach besten Mannschaft gespielt“, verteidigte der 42jährige Coach seine Maßnahme, das Team gleich auf fünf Positionen zu verändern. Die Berliner Luft wird für Götz dünner, auch wenn Hoeneß sagte: „Keinen Vorwurf an den Trainer. Es macht keinen Sinn, in Aktivismus zu verfallen.“ Die Vorwürfe gab es an die Spieler: „Wie man hinten so offen stehen kann, dafür fehlt mir jedes Verständnis.“ Allerdings verriet Hoeneß auch: „In mir brodelt es.“ Und er fügte hinzu: „Wichtig ist das Spiel in Hamburg am Sonntag.“

          Nur rund 1.000 Berliner Anhänger hatten zwei Tore durch Marcelinho (58.) und Andreas Neuendorf (77.) gesehen, wurden aber von drei Treffern der Eintracht geschockt. Daniel Graf (60.), Marco Grimm (74.) und ein Eigentor des eingewechselten Hertha-Spielers Alexander Madlung (80.) entschieden den packenden Pokalkampf. „Ich wollte den Ball zum Torwart köpfen. Das war Pech“, meinte Madlung, der aus Braunschweig stammt, aber sein erstes Spiel in dem mit 21.000 Zuschauern gefüllten Stadion absolvierte. „Ob nun alles wie im Vorjahr wird, hängt vom Spiel beim HSV ab“, sagte Kollege Malik Fathi. In der vergangenen Saison mußte Trainer Stevens nach langem Theater gehen, der Klassenverbleib gelang erst in letzter Minute.

          „Fantastisch. Wir haben nicht nur gekämpft, sondern auch gut gespielt. Unser Chancen-Plus hat mich überrascht“, sagte Torschütze Grimm. „Eintracht hätte schon zur Halbzeit 4:1 führen können“, gab Hoeneß zu. Braunschweigs Trainer Michael Krüger genoß den erneuten Pokal-Coup im Stillen. Im Vorjahr hatte der Drittligist den 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96 besiegt. „An so einem Abend redet man nicht viel. Ich freue mich, dass wir eine Runde weiter sind. Das ist finanziell unglaublich wichtig für den Verein“, meinte Krüger.

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