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DFB-Pokal : Blamagen für die Hanseaten

  • Aktualisiert am

Pokalfinalist Werder Bremen (0:1 in Freiburg) und der Hamburger SV (0:1 in Karlsuhe) waren die großen Verlierer der zweiten DFB-Pokal-Runde.

          Champions-League-Teilnehmer Hamburger SV und Vorjahresfinalist Werder Bremen waren die großen Verlierer in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Während Bremen nach zuletzt zwei Endspiel-Teilnahmen hintereinander beim SC Freiburg 0:1 (0:0) unterlag, blamierte sich der HSV beim Regionalligisten Karlsruher SC mit dem gleichen Resultat. Die börsennotierte Dortmunder Borussia quälte sich zu einem 1:0 nach Verlängerung über den hessischen Dorfverein SV Wehen.

          VfB Stuttgart (A) - VfB Stuttgart 0:3 (0:2)

          Die durch Regionalligaspieler ergänzte 1b-Auswahl des VfB Stuttgart setzte sich gegen seine eigene zweite Amateur-Garnitur in einer Pokal-Farce mit 3:0 (2:0) durch. Christian Tiffert (8.), Jochen Endreß (34.) und Joannis Amanatidis (82.) erzielten vor 4 000 Zuschauern im Robert-Schlienz-Stadion die Treffer für den VfB 1 b. "Es war ein internes Trainingsspiel, in dem einige auf sich aufmerksam gemacht haben", sagte Trainer Ralf Rangnick. Sein Vereins-Kollege Rainer Adrion ergänzte: "Es war von vorn herein klar, dass es nicht zu einem Bruderkampf kommt." Rangnick hatte bis auf Torhüter Timo Hildebrand allen Stammkräften des Fußball-Bundesligisten für die Pflichtnummer frei gegeben. "Alles Andere als das, was wir gemacht haben, wäre fahrlässig gewesen", rechtfertigte er seine Schonmaßnahme angesichts der Belastungen aus bisher 24 Saisonspielen.

          Greuther Fürth - Union Berlin 1:0 (1:0)

          Regionalligist 1. FC Union Berlin hat erneut einen Zweitligisten ausgeschaltet. Die Berliner bezwangen die SpVgg Greuther Fürth mit 1:0 (1:0). Den einzigen Treffer erzielte Harun Isa (38.) vor 3 980 Zuschauern per Foulelfmeter. Bereits in der vorigen Runde hatten die Berliner mit Rot-Weiß Oberhausen einen Zweitligisten ausgeschaltet. Die Berliner profitierten von einem Fehler des Gäste-Torwarts Günther Reichold, der bei einem Querpass vor dem Strafraum nicht konsequent dazwischenging. Als der Ball über den Keeper sprang, lief er zurück und riss den frei auf das Tor stürmenden Berliner Bozo Durkovic um. Reichold sah für die Notbremse die Rote Karte und Isa verwandelte gegen den neu hereingekommenen Ronny Teuber.

          Karlsruher SC - Hamburger SV 1:0 (0:0)

          Beim Blick nach Europa in der Provinz gescheitert. Hamburgs Tanz auf drei Hochzeiten ist kläglich aus dem Takt geraten. Dem 3:1-Höhenflug in der Champions-League bei Juventus Turin folgte nach der Bundesliga-Niederlage in Unterhaching nun auch eine Blamage im Pokal. Der hanseatische Europaligist unterlag dem in die Regionalliga Süd abgerutschten langjährigen Bundesligisten Karlsruher SC verdient mit 0:1 (0:0). Vitus Nagorny (65.) erzielte vor 25 000 Zuschauern im Wildparkstadion das Tor des Tages für die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz. Dem Kollegen Pagelsdorf kam das Pokal-Aus angesichts der Belastungen in den beiden wichtigeren Wettbewerben nicht ungelegen. Von seiner Not-Elf war er dennoch enttäuscht: "Wir waren im Laufe des Spiels nicht in der Lage, unsere Ausfälle zu kompensieren. Das ist deutlich geworden", analysierte Pagelsdorf knapp.

          SC Freiburg - Werder Bremen 1:0 (0:0)

          Pokalspezialist Werder Bremen muss in diesem Jahr nicht nach Berlin. Nach sechs Finalteilnahmen in den vergangenen zwölf Jahren schied die Schaaf-Herde diesmal frühzeitig gegen den Ligakonkurrenten SC Freiburg aus dem Wettbewerb. Es war ein Abschied ohne Wehmut. Schließlich drücken die Norddeutschen angesichts des 14. Tabellenplatzes in der Bundesliga - punktgleich mit dem Vorletzten VfL Bochum - ganz andere Sorgen. Sellimi entschied das niveauarme Duell mit einem Last-Minute-Tor für die Badener. Eine Minute zuvor hätte der ansonsten atarke Brasilianer Ailton bei einer Großchance für die Bremer alles klar machen können.

          SV Wehen - Borussia Dortmund 0:1 n. V. (0:0)

          Das "Unternehmen Börse" begann wie von Experten vorausgesagt mit Kursverlusten. Am ersten Handelstag fiel die BVB-Aktie gleich unter den Ausgabepreis von elf Euro. Ein tieferer sportlicher Sturz verhinderte Heiko Herrlich, der in der Verlängerung das Siegtor gegen den SV Wehen köpfte. Bis Handelsschluss erholte sich die Borussen-Aktie leicht und notierte am Ende in Frankfurt mit einem Minus von 8,6 Prozent bei 10,05 Euro. Fußball-Aktien gelten in Börsenkreisen als hoch spekulativ und somit riskant. Für die BVB-Aktie erwarten die Fachleute frühestens 2002 Gewinne. Borussia-Trainer Matthias Sammer wertete den siebten Pflichtspielsieg seiner Amtszeit als gutes Vorzeichen für das anstehende Spitzenspiel beim Meister Bayern München. "Allerdings hätte ich im Hinblick auf kommenden Samstag die Verlängerung gerne vermieden", sagte Sammer.

          Alemannia Aachen - Bayer Leverkusen 1:2 (0:0)

          Von Rudi Völler lernen heißt siegen lernen. Nach WM-Qualifikation, Bundesliga und Champions-League überstand der doppelte Rudi auch seine erste DFB-Pokal-Runde unbeschadet. Thomas Brdaric erzielte 19 Minuten vor Schluss den Siegtreffer der Völler-Elf, nachdem Carsten Ramelow (13.) das Bayer-Team in Führung gebracht und Xie Hui den vorübergehenden Ausgleich für die Alemannia markiert hatte.

          Arminia Bielefeld - VfL Bochum 0:4 (0:1)

          Bielefelds neuer Trainer Benno Möhlmann kassierte bei seiner Heimpremiere gleich eine deftige Schlappe. Gegen die in allen belangen überlegenen Gäste hatte seine Mannschaft nie eine Chance. Vor 10.000 Zuschauern sorgte VfL-Stürmer Marjio Maric für die frühe Gäste-Führung (4.). Sebastian Schindzielorz (59.), Spielmacher Yildiray Bastürk (61.) und Peter Peschel (77.) machten den ungefährdeten Sieg des Bundesligisten im Duell zweier Fahrstuhlmannschaften perfekt.

          1.FC Nürnberg - Mainz 05 4:0 (3:0)

          Ebenso deutlich kanzelte Spitzenreiter 1. FC Nürnberg Zweitliga-Konkurrent Mainz 05 beim 4:0 (3:0) ab und ist in dieser Saison in zwölf Pflichtspielen noch immer ungeschlagen. Die Tore erzielte Möckel (2), Driller und Beljakow.

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