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DFB-Pokal : Amateure machen mobil

  • Aktualisiert am

Magdeburger Jubel: Trainer Vogel und Stürmer Zani Bild: dpa

Nur die Amateure begeistern sich noch für den DFB-Pokal. In den ersten drei Spielen des Achtelfinales setzen sich drei Mal die vermeintlichen Außenseiter durch.

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          Zumindest die Amateure begeistern sich noch für den DFB-Pokal. „Für uns gibt es nichts Schöneres“, erklärte Dirk Hannemann, einer der Matchwinner des 1. FC Magdeburg nach dem neuerlichen Coup des Oberligisten. Dank eines begeisternden 5:3 (3:3, 1:2) nach Verlängerung gegen den Karlsruher SC steht der „Bayern-Bezwinger“ bereits im Viertelfinale und spült damit bereits mehr als zwei Millionen Mark in die Vereinskasse.

          Auch Regionalligist Union Berlin ist nach einem 4:2 gegen Zweitligist SSV Ulm unter die letzten Acht des Wettbewerbs vorgedrungen, der bei vielen Erstligisten an Bedeutung verloren hat. Zu den Unterlegenen zählt nun auch der VfL Wolfsburg nach einem peinlichen Auftritt und Ausscheiden gegen Bundesliga-Absteiger MSV Duisburg (4:5 n.E., 1:1 n.V., 0:0).

          1. FC Magdeburg - Karlsruher SC 5:3 n.V. (3:3, 1:2)


          „Für die Nerven war das nichts“, sagte Eberhard Vogel nach dem Schlusspfiff, „wir sind noch mal zurückgekommen, als wir schon ausgeschieden waren.“ Und nach einem Erfolg, der vor nur 8.629 Zuschauern im Ernst-Grube-Stadion für die Magdeburger bare Münze wert ist, fügt der 57-Jährige Coach noch an: „Gegen Bayern war es leichter.“ Denn erst das sehenswerte Freistoßtor von Dirk Hannemann rettete den Viertligisten in der 90. Minute in die Verlängerung. Höhepunkt der Magdeburger Bravourleistung: Der Fallrückzieher, mit dem Petry Maslej das zwischenzeitliche 2:2 schaffte (77.). Für Vogel persönlich hatte die Energieleistung der Seinen auch Folgen: Er wird seinen für den Zeitpunkt des Viertelfinals (19./20. Dezember) bereits gebuchten Dubai-Urlaub stornieren müssen. Der Kollege aus Karlsruhe nahm den K.o. erstaunlich gelassen hin: „Es war ein ansehnlicher Pokal-Fight, wie die Zuschauer es sich wünschen. Ich als Trainer der unterlegenen Mannschaft nicht“, erklärte KSC-Coach Stefan Kuntz.

          VfL Wolfsburg - MSV Duisburg 3:4 n.E. (1:1, 0:0)

          Held der Duisburger war Ersatztorwart Tomasz Bobel, der diese Rolle aber gelassen ablehnte. „Elfmeterschießen ist reine Glückssache.“ Dennoch: Ohne die Paraden des polnischen Klasse-Keepers, der gegen Jürgen Rische und Charles Akonnor parierte, hätten die Duisburger nicht gewonnen. Die Wolfsburger verloren vor der Minuskulisse von nur 4.000 Zuschauern an Prestige und ihren Torjäger Jonathan Akpoborie, der sich in der 97. Minute nach einem brutalem Foul eine rote Karte einhandelte. Der Außenseiter bestätigte seinen Aufwärtstrend unter Trainer Seppo Eichkorn. Mittlerweile sind die Westdeutschen seit acht Pflichtspielen ungeschlagen. Gefeierter Held neben Tormann Bobel: Goran Milovanovic, der den entscheidenden Strafstoß verwandelte und in der Verlängerung die Führung erzielte (116.), die Charles Akonnor noch egalisierte.

          Union Berlin - SSV Ulm 46 4:2 (2:1)

          Der dritte Streich des Regionalliga-Spitzenreiters gegen einen Zweitligisten lässt die Berliner vom großen Los träumen. Wehklagen hingegen den Ulmer „Spatzen: Vor 3.521 Zuschauern in der „Alten Försterei“ war der Jugoslawe Harun Isa mit seinen beiden Toren (30., 44.) und den Vorlagen zu den Treffern von Bozo Durkovic (72.) und Tom Persich (83.) der Matchwinner. Pikant: Isa galt einst in Zeiten bei TeBe Berlin als Lieblingsspieler von Herman Gerland, der missmutig das Pokal-Aus der Ulmer kommentierte.

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