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DFB-Pokal : 19 Tore und ein Held: Simon Jentzsch beweist Nervenstärke

  • Aktualisiert am

Hält und trifft: Simon Jentzsch Bild: AP

Beim schier unendlichen Elfmeterschießen zwischen 1860 München und dem VfL Wolfsburg bewies der „Löwen“-Keeper seine Klasse am Elfmeterpunkt und auf der Linie gleich doppelt.

          Er hat sich als Elfmetertöter einen Namen gemacht - doch am Dienstagabend avancierte Torwart Simon Jentzsch als Strafstoßschütze zum gefeierten Pokalhelden bei 1860 München und setzte damit seine Erfolgsgeschichte der letzten Wochen fort.

          Der 26 Jahre alte „Löwen“-Keeper verwandelte in einem Elfmeterkrimi den 22. und letzten Strafstoß sicher zum 8:7 i.E. (2:2 n.V.) gegen den VfL Wolfsburg, nachdem sein VfL-Kollege Claus Reitmaier („Ich hatte gehofft, dass ich nicht mehr dran komme“) zuvor den Ball über das Tor geschossen hatte.

          Erneut Führung verspielt

          „Der Claus schießt drüber und ich rein - das war der Unterschied. Ich musste nur etwas gutmachen, weil ich beim 2:2 gepatzt habe“, sagte Jentzsch, der einst in Karlsruhe hinter Reitmaier die Nummer zwei war und momentan neben dem Dortmunder Jens Lehmann als bester Torwart der Bundesliga gilt, nach dem Einzug der Münchner ins Achtelfinale des DFB-Vereinspokals gelassen.

          Vielmehr als das eigene Heldenstück beschäftigten Jentzsch, der zudem einen Strafstoß gehalten hatte, vor dem Bundesligaspiel am Samstag beim Hamburger SV die erneuten Aussetzer der Münchener nach einer 2:0-Führung. „An diesen individuellen Fehlern müssen wir arbeiten. Wir bauen uns etwas auf und verspielen es dann leichtfertig wieder“, kritisierte der frühere Karlsruher.

          Konzentrationsmängel

          Auch 1860-Trainer Peter Pacult ärgerten trotz der Fortsetzung des Höhenflugs des Bundesligadritten die Konzentrationsmängel seiner Profis. „Ich kann das nicht erklären. Aber wir müssen uns zwingen, nach einem Tor nicht weiterzujubeln“, grantelte der Österreicher.

          Wie schon beim 2:2 in der Bundesliga gegen Wolfsburg hatten die Sechziger durch Treffer von Martin Max (16.), der kurz nach der Pause mit einer Innenbandverletzung im linken Knöchel ausgetauscht werden musste, und Rodrigo Costa (19.) 2:0 geführt. Doch Dorinel Munteanu (20.) und Diego Klimowicz (50.) nach einem Patzer des ansonsten erneut starken Jentzsch sorgten noch für den Ausgleich.

          „Hervorragende“ Moral

          „Was man sehen konnte, ist die Gefahr, dass sich bei uns durch das viele Lob Überheblichkeit breit macht. Das gefällt mir ganz und gar nicht. Das müssen wir bis zum HSV-Spiel unbedingt abstellen“, schimpfte deshalb auch 1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser nach dem vierten Pflichtspielsieg in Serie.

          Während die Pokalgewinner sich über die Gegentore Gedanken machten, herrschte bei den Verlierern nach dem „Glücksspiel“, wie es VfL-Coach Wolfgang Wolf nannte, keineswegs Niedergeschlagenheit. „Wie wir nach dem 0:2 zurückgekommen sind, war hervorragend“, lobte Wolf die Moral seiner Mannschaft: „Ich denke, dass wir keinen Knacks bekommen werden.“ Auch Manager Peter Pander sah es „nicht angebracht, Vorwürfe anzubringen“.

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