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Deutschland-Tour : Italiener Quaranta narrt Zabel

  • Aktualisiert am

Quaranta gewinnt, Zabel (l.) wird Fünfter Bild: dpa/dpaweb

Der Italiener Ivan Quaranta hat die 4. Etappe der Deutschland-Tour über 222 km von Ansbach nach Bad Wurzach gewonnen. Für Erik Zabel, der den Spurt viel zu früh eröffnete, blieb nur Rang fünf.

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          Massensprint und trotzdem kein Zabel-Sieg: Der Weltranglisten-Spitzenreiter vom Team Telekom hat sich am Freitag im Ziel der 4. Etappe der Deutschland-Tour nach 222 km in Bad Wurzach verrechnet und fuhr an seinem zweiten Tageserfolg vorbei.

          Der Italiener Ivan Quaranta, auf den bisherigen Etappen nie unter den ersten 100 Fahrern, gewann den Massenspurt im Express-Tempo. Für Erik Zabel, der den Spurt viel zu früh eröffnete und im Wind „verhungerte“, blieb nur Rang fünf. Über einen kleinen Prestige- Erfolg konnte sich Gerolsteiner-Sprinter Olaf Pollack freuen, der Zabel schlug und Vierter wurde.

          Samstag ist Ullrich-Tag

          Der Telekom-Kapitän, weiter Träger des schwarz-gelben Punkte-Trikots, schien von der Arbeit von Gerolsteiner profitieren zu können. Das Konkurrenz-Team hatte die Hauptarbeit geleistet, das Feld an drei Ausreißer rechtzeitig wieder heranzuführen. An den beiden Vortagen war dies nicht gelungen und die Sprinter machten lange Gesichter. „Mir kam im Finale entgegen, dass sich Zabel und Pollack belauerten“, sagte Quaranta, der für den Giro d'Italia im Saeco-Sieger-Team Gilberto Simonis nicht berücksichtigt wurde.

          Zeitgleich mit dem Italiener rollte am Freitag Jan Ullrich über die Ziellinie. Seine große Stunde soll am Samstag auf der Feldberg-Etappe und am Sonntag beim Zeitfahren schlagen. Der Schweizer Grégory Rast konnte das Weiße Trikot des Spitzenreiters auch im Ziel der 4. Etappe überstreifen.

          Stundenmittel über 45 km/h

          Die längste Etappe am Freitag war bisher auch die schnellste. Die 117 Fahrer hatten im Ziel eine halbe Stunde Vorsprung auf die schnellste Zeit der Marschtabelle. Der Sieger fuhr ein Stundenmittel von über 45 km/h. In der ersten Stunde fuhren die Fahrer einen Schnitt von 49,6 Kilometern. Anders als an den Vortagen hatten Ausreißer diesmal kein Glück. Nicola Gavazzi (Italien), Mathé Pronk (Niederlande) und Olivier Tratour (Frankreich) wurden zehn Kilometer vor dem Ziel eingeholt.

          Besonders der Gerolsteiner-Mannschaft, die für ihren Sprinter Olaf Pollack mächtig Tempo machte, war es zu verdanken, dass das Feld geschlossen die Zielgerade erreichte. „Die Deutschland-Tour ist für uns der zweitwichtigste Termin nach der Tour de France. Da müssen wir uns zeigen. Deshalb haben wir uns entschieden, die Initiative zu übernehmen, auch wenn wir damit vielleicht auch unserem Konkurrenten Zabel helfen“, sagte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer während des Rennens.

          Am Ende war Quaranta der große Profiteur der Gerolsteiner-Aktivitäten. Auf der so genannten „Königsetappe“ am (morgigen) Samstag über 191 km von Ravensburg auf den 1280 Meter hohen Feldberg im Schwarzwald wird eine erste Vorentscheidung um den Gesamtsieg der Tour erwartet. Am Sonntag beim Zeitfahren über 40,7 km in Bretten dürfte dann das Gesamtklassement festgeklopft werden. Ullrich hat für beide Tage „volle Kraft voraus“ angekündigt.

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