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Deutschland-Rundfahrt : Ullrich verliert weitere 30 Sekunden auf Leipheimer

  • Aktualisiert am

Sieger der siebten Etappe: Cadel Evans Bild: dpa/dpaweb

Der frühere T-Mobile-Profi Cadel Evans hat die siebte Etappe der Deutschland-Rundfahrt gewonnen. Levi Leipheimer vom Team Gerolsteiner baute mit seinem vierten Platz den Vorsprung in der Gesamtwertung auf Jan Ullrich aus.

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          Im stürmischen und verregneten Schwarzwald hat Jan Ullrich die Chancen auf seinen ersten Gesamtsieg bei der Deutschland-Tour wahrscheinlich verspielt. Im Ziel der siebten Etappe auf dem Feldberg in 1.270 Meter Höhe verlor der T-Mobile-Kapitän auf den erneut superstarken Spitzenreiter Levi Leipheimer (Vereinigte Staaten) vom Team Gerolsteiner weitere 30 Sekunden (Siehe auch: Ergebnisse Radsport).

          Wie auf der Königsetappe auf den Rettenbachferner in Tirol war Ullrich in der entscheidenden Phase des Rennens ohne Team-Unterstützung auf sich allein gestellt. Vor dem Zeitfahren über 31,1 Kilometer am (morgigen) Montag von Ludwigshafen nach Weinheim hat der fünftplatzierte Ullrich jetzt 1:26 Minuten Rückstand auf den Träger des Gelben Trikots.

          Cadel Evans holt den Tagessieg

          Wie zum Hohn holte sich der Tour de France-Achte Cadel Evans aus Australien, der auch auf Anraten Ullrichs das T-Mobile-Team im Vorjahr verlassen mußte, den Tagessieg auf dem Feldberg 11 Sekunden vor Fabian Jeker (Schweiz) und dem unermüdlichen Jörg Jaksche (Ansbach). „Jetzt wird es immer realistischer, daß ich die Rundfahrt gewinne. Ich war freudig überrascht, als Ullrich von meinem Hinterrad verschwunden war, obwohl der Anstieg doch heute gar nicht so steil war wie in Sölden“, sagte der ehemalige Armstrong-Helfer Leipheimer, der die Königsetappe vor zwei Tagen in 2.670 Meter Höhe gewonnen hatte.

          Abgehängt: Leipheimer fuhr Jan Ullrich davon
          Abgehängt: Leipheimer fuhr Jan Ullrich davon : Bild: dpa/dpaweb

          „Meine Erkältung hat mich weiter gehandicapt und das Wetter mit jetzt tagelangem Regen hat mir sehr zugesetzt. Ich hatte mir heute so viel vorgenommen. Morgen beim Zeitfahren werde ich nochmal alles geben“, versprach Ullrich, dem wohl nur noch ein möglicher Etappensieg bleibt. Schon nach 12 Kilometern hatte sich am Sonntag bei erneut katastrophalen Witterungsbedingungen mit Temperaturen um zehn Grad, Dauerregen und zum Teil dichtem Nebel eine vierköpfige Ausreißergruppe abgesetzt.

          Favoriten belauerten sich

          Christian Müller (Erfurt), Carlos Barredo (Spanien), Rory Sutherland (Australien) und Volodymir Gustov (Ukraine) hatten bei der ungemütlichen Fahrt durch den Schwarzwald bis zu 10:50 Minuten Vorsprung. Beim letzten Anstieg auf den Feldberg war es um die Ausreißer 11 Kilometer vor dem Ziel allerdings geschehen. Dann griff Alberto Contador an und konnte sich absetzen. Im Rücken des Spaniers belauerten sich die Favoriten.

          Drei Kilometer vor dem Ziel hatte Ullrich keine Kraft mehr und mußte Leipheimer, dessen Team-Kollegen Georg Totschnig (Österreich), Jaksche, der nach einem Vorderradschaden zurückgekehrt war, und Evans ziehen lassen. Die Entscheidung der Deutschland-Tour wird am vorletzten Tag beim Einzelzeitfahren von Ludwigshafen nach Weinheim fallen. Auf dem letzten Streckenabschnitt am Dienstag von Bad Kreuznach nach Bonn über 168 Kilometer droht den Favoriten keine Gefahr mehr.

          PR-Super-Gau

          Ullrich- Betreuer Rudy Pevenage, der beim Zeitfahren nicht im T-Mobile- Begleitwagen sitzen darf, sah die Chancen seines Schützlings nach dem erneuten Zeitverlust am Sonntag schwinden: „Jetzt wird es noch viel schwerer.“ Damit könnte für die Konzern-Chefs des deutschen Branchenführers der PR-Super-Gau eintreten: Eine Siegerehrung direkt vor der Bonner Firmenzentrale mit Levi Leipheimer vom Mineralwasser-Hersteller Gerolsteiner als Hauptdarsteller dürfte ihnen am Dienstag ganz bestimmt bitter aufstoßen.

          Die 6. Etappe am Samstag von Friedrichshafen nach Singen war nach 171,3 Kilometern mit dem Überraschungssieg Maxim Iglinskys zu Ende gegangen. Der Kasache aus dem italienischen Domina Vacanze-Team gewann den Sprint einer neunköpfigen Ausreißergruppe, die im Ziel 1:35 Minuten Vorsprung vor dem besten Deutschen Björn Schröder (Berlin/10.) hatte.

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