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Deutscher Tennis Bund : DTB-Holding wendet Insolvenz ab

  • Aktualisiert am

Finanzkrise gelöst? DTB-Präsident Georg von Waldenfels Bild: dpa

Der Deutschen Tennis Bund hat die seit Monaten drohende Insolvenz seiner Holding für den Spitzensport vorerst vermieden.

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          Die hochverschuldete Holding des Deutschen Tennis Bundes (DTB) hat die seit Monaten drohende Insolvenz vorerst abgewendet. Die Banken verzichten auf vier Millionen Euro und damit die Hälfte ihrer Ansprüche. Zusätzlich zahlen der DTB e.V. und die Landesverbände jeweils eine Million Euro in die Kassen der Holding.

          Zudem gibt es ein vierjähriges Moratorium für Zins und Tilgung der Restschuld. Im Zuge dieser Aktion werden bei der Holding und dem e. V. insgesamt acht Arbeitsplätze abgebaut.

          Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Hamburg gab der DTB außerdem die Auflösung des Vertrages mit Fed-Cup-Teamchef Markus Schur zum Jahresende bekannt. In der Diskussion um seine Nachfolge werden im Januar weitere Gespräche mit Anke Huber und Barbara Rittner geführt.

          Zudem soll analog zum Modell DaimlerChrysler beim männlichen Nachwuchs auch für den Juniorinnen-Bereich ein potenter Mäzen bereit stehen.

          Streit mit Stich

          Ärger gibt es weiter aber in einer anderen Personalie: Michael Stich hat seine Klage gegen den DTB gerechtfertigt und sich als „sicher nicht raffgierig“ bezeichnet. „Ich kann nur sagen, dass ich mich an die Vereinbarung halte, die der DTB mit mir getroffen hat“, erklärte Stich: „Es geht um 15.000 Euro, die als Nichtabstiegsprämie Bestandteil meines Vertrages als Daviscup-Teamchef waren, und ich sehe nicht ein, dass ich klein beigeben soll, nur weil der DTB-Präsident sich nicht an sein Wort halten will.“

          DTB-Boss Georg von Waldenfels hatte Stich im September wenige Tage vor dem Playoff-Spiel gegen Venezuela in Karlsruhe fristlos entlassen, nachdem der Wimbledonsieger von 1991 angekündigt hatte, seinen nach der Partie auslaufenden Vertrag angesichts etlicher Missstände im Umfeld der Mannschaft nicht verlängern zu wollen.

          „Ich wollte meinen Job machen“

          Zudem warf Stich der aktuellen Spielergeneration um Thomas Haas und Nicolas Kiefer mangelnde Einsatzbereitschaft und fehlenden Ehrgeiz vor. Dennoch, so Stich, habe er die Mannschaft in der Partie gegen Venezuela in jedem Fall noch betreuen wollen. „Ich wollte meinen Job machen, aber Herr von Waldenfels hat mich kurzerhand freigestellt“, sagte Stich: „Das entbindet ihn allerdings nicht von der Erfüllung des Vertrages, und der sah für den Fall des Klassenerhalts der Mannschaft ganz klar eine Nichtabstiegsprämie vor.“

          Dem Vorwurf der Abzocke begegnete Stich mit dem Hinweis darauf, dass von Waldenfels ihm trotz der 1:4-Niederlage im Februar gegen Kroatien eine Prämie von 10.000 Euro zahlen wollte, „weil wir uns in Zagreb so gut verkauft haben. Das habe ich damals abgelehnt, weil wir nicht gewonnen haben und ich deswegen keinerlei Anspruch auf eine Prämie hatte. Von Raffgier oder Abzocke kann also keine Rede sein.“

          Von dem Inhalt seiner Pressekonferenz am 9. September in Karlsruhe, bei der er seinen Verzicht auf eine Vertragsverlängerung angekündigt und somit den Stein ins Rollen gebracht hatte, sei von Waldenfels bereits zwei Tage vorher informiert gewesen. „Trotzdem hat er mich gewähren lassen, um mich dann umgehend meiner Aufgaben zu entbinden“, sagte Stich dem sid: „Diese Vorgehensweise halte ich zumindest für fragwürdig.“

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