https://www.faz.net/-gtl-6uv7u

Deutscher Fußball-Bund : Bloß nichts dazulernen

  • -Aktualisiert am

Desaströse Außendarstellung: Zwanziger und der DFB Bild: dapd

Wer mit der Außendarstellung des DFB zufrieden ist, kann nicht alle Sinne beieinander haben. Die Beratungsresistenz aber ist beachtlich. Krisenherde werden nicht gelöscht, sondern stets eifrig befeuert.

          Hoffentlich hat sich der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes da nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt. "Mit dem Bild, dass der DFB derzeit öffentlich abgibt, bin ich natürlich nicht zufrieden", hat er in dieser Woche gesagt. Der Satz enthält keine ernsthaft anzuzweifelnde Aussage - wer mit dieser Außendarstellung zufrieden ist, kann nicht alle Sinne beieinander haben.

          Aber irgendjemand könnte ja auf die Idee kommen, da klinge versteckte Kritik am Präsidenten Theo Zwanziger durch, und dann hätten wir schon das nächste Problem. Schließlich ist es Zwanziger gerade erst aufgestoßen, dass sich sein Vizepräsident Rainer Koch zum Zwecke der Krisenbewältigung mit dem ehemaligen Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell getroffen hat. Angesichts der Probleme, die der DFB derzeit mit den Steuererklärungen seiner Schiedsrichter und, immer noch, mit der Affäre Amerell/Kempter hat, ein naheliegender Gedanke. Die Öffentlichkeit sollte das eigentlich nichts angehen.

          Die Beratungsresistenz des DFB

          Nun weiß sie davon, weil der DFB gleich per Pressemitteilung erklärte, dass der Verband von diesem Treffen nicht vorab informiert gewesen sei. Natürlich geht es da um Machtspiele, und wer wen informiert hat oder auch nicht, ist eine Marginalie und intern zu klären angesichts der Brisanz der Themen, die den Verband wirklich beschäftigen sollten. Die Beratungsresistenz des DFB in Sachen Öffentlichkeitsarbeit aber ist beachtlich. Krisenherde werden nicht gelöscht, sondern stets eifrig befeuert. Und aus peinlichen Geschichten dazulernen, scheint total verpönt.

          Man mag Bundestrainer Joachim Löw nehmen, der monatelang verkündete, demnächst mit Ballack zu reden; man mag auch Koch nehmen, der einst einen Angriff auf die DFB-Justiz konstatierte, nur weil Trainer Felix Magath Berufung gegen ein Sportgerichtsurteil einlegte. Die Liste ist lang und wirft eine Frage auf: Wie konnte dieser Verband nur so gute Weltmeisterschaften organisieren?

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.