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Deutsche Gegner im Porträt : Geheimtip Tschechien

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Treffsicher für Dortmund und Tschechien: Jan Koller Bild: CTK

Tschechien hat sich in den letzten Monaten eindrucksvoll in den Kreis der Favoriten für die Europameisterschaft gespielt.

          Für Günter Netzer zählen die Tschechen neben Titelverteidiger Frankreich zu den Top-Favoriten der EM. „Das ist ein ganz großes Kaliber. Da muß die deutsche Mannschaft schon hervorragenden Fußball spielen, um sie zu schlagen“, prognostiziert der ehemalige Mönchengladbacher Nationalspieler.

          Mit ihrem traditionell technisch-feinen Fußball qualifizierten sich die Tschechen als eines der ersten Teams für das Turnier in Portugal. Als
          souveräner Gruppensieger zwangen sie mit sieben Siegen und dem 1:1 in
          Rotterdam den Gruppenfavoriten Niederlande in die Relegation.

          Frankreich und Holland bezwungen

          Der 64 Jahre alte Trainer Karel Brückner gilt als Vaterfigur und Garant für den neuen Erfolgsweg des tschechischen Fußballs. Nach der mißlungenen WM-Qualifikation 2002 löste er den glücklosen Jozef Chovanec als Nationaltrainer ab. Seitdem gab es bei vier Unentschieden in 19 Spielen keine Niederlage mehr. Der spektakulärste Sieg neben dem entscheidenden 3:1 gegen die Niederlande war im Jahr 2002 das 2:0 im Stade de France über Frankreich - die erste Niederlage der Franzosen nach der WM 2002.

          Den Kern der Mannschaft bilden Spieler aus der Bundesliga: Tomas Rosicky, der mit sechs Treffern erfolgreichste Torschütze der Qualifikation, Jan Koller (beide Borussia Dortmund), sowie Jiri Stajner (Hannover 96), Roman Tyce (1860 München), Vratislav Lokvenc (1. FC Kaiserslautern) und Tomas Ujfalusi (Hamburger SV). Kopf des Teams ist der 31jährige Kapitän und Mittelfeldstar Pavel Nedved von Juventus Turin.

          Endspielsieg 1996 gegen Tschechien

          „Das ist eine sehr unangenehme Gruppe. Deutschland ist auf Turnieren immer stark, die Niederlande wollen uns die Niederlage in der Qualifikation heimzahlen, und Lettland ist als Außenseiter sehr gefährlich“, sagte Nedved. Für Brückner gibt es „im Fußball keine leichten Gegner“. Rosicky sprach gar von einer „Todesgruppe“.

          Die Wege der Deutschen und der Tschechen kreuzten sich in zwei historischen EM-Finalspielen: Unvergessen der Elfmeter-Fehlschuß von
          Uli Hoeneß in den Begrader Nachthimmel 1976 - Antonin Panenka verlud
          anschließend Sepp Maier - und der Doppel-Pack inklusive „Golden Goal“
          von Oliver Bierhoff zum deutschen 2:1-Endspielsieg bei der EM 1996.


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