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: Der Sport als „Schutzimpfung gegen Rechtsextremismus“

  • -Aktualisiert am

          1 Min.

          Das Projekt „Sport mit Aussiedlern“ gibt es seit zehn Jahren. Ursprüngliches Ziel: Die Integration von deutschstämmigen Spätaussiedlern, die zum Großteil aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, vor allem Russland, Kasachstan und der Ukraine, stammen. Seit 1990 kamen knapp 1,5 Millionen Aussiedler in die Bundesrepublik und erhielten die deutsche Staatsbürgerschaft, insgesamt sind es etwa 2 Millionen.

          Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Bundesministerium des Inneren, in der Praxis mit Leben erfüllt vom Deutschen Sportbund (DSB) und den Landesverbänden. Es muss jährlich neu vom Bundesverwaltungsamt bewilligt werden. An der Spitze des Projektes steht der Bundeskoordinator. Ihm unterstellt sind in allen Bundesländern Landeskoordinatoren, die die Projektarbeit in der Praxis planen, organisieren und durchführen. Im Zentrum der Aktivitäten steht der Sport, den Jochen Welt, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen, als „Schutzimpfung gegen Gefährdungen wie Rechtsextremismus, Vandalismus oder Drogenkonsum“ versteht.

          Ein Frühwarnsystem gegen Ausländerfeindlichkeit

          Zielgruppe ist die Jugend, „die stark gemacht werden soll.“ Neben dem Integrationseffekt steht der präventive Aspekt im Mittelpunkt: Die Projektarbeit soll Frühwarnsysteme gegen soziale und gesellschaftliche Fehlentwicklungen schaffen. Dazu können konzertierte Sportaktionen ihren Beitrag leisten: Ferienfreizeiten, Sport- und Spielfeste, in Eigenregie organisierte Wettkämpfe, gemischten Sportgruppen).

          Um die Kommunikation zu verbessern, werden bundeseinheitliche Konzepte zur Sprachförderung entwickelt. Aussiedler werden sozial betreut, sollen sich beruflich ausbilden und eingliedern. Der immense finanzielle, personelle und ideelle Aufwand kann nur in Kombination verschiedener Institutionen geleistet werden. Stichwort: Netzwerke.

          Solche Netzwerke werden geknüpft durch die Zusammenarbeit von kommunalen und kirchlichen Institutionen, von Schulen und Sportorganisationen, von Förderern und Sponsoren des Projektes „Sport mit Aussiedlern“. Die Arbeit soll künftig auch auf die Integration anderer Zuwanderergruppen ausgeweitet werden. Daher deutet sich eine Namensänderung an. Schon jetzt wird alternativ der Ausdruck „Sport für alle“ verwendet.



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