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Spannung vor Vergabe der EM 2020 : Der DFB plant die taktische Niederlage

  • Aktualisiert am

Endspielort 2020: Das Wembley-Stadion in London Bild: dpa

Fußball in ganz Europa - unter diesem Motto bewirbt die Uefa ihre EM 2020 in 13 Ländern. Doch wo wird in sechs Jahren gespielt? Die Entscheidung fällt in Genf. Der DFB will gegen England verlieren für einen späteren Sieg.

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          Fußball-Europa blickt an diesem Freitag gespannt nach Genf. Im Espace Hippomène entscheidet die Uefa, wo 2020 bei der ersten pan-europäischen EM überall gespielt wird. Zum Anlass des 60. Geburtstags der Europameisterschaft lässt der europäische Verband das Turnier gleich in 13 Ländern stattfinden - und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch in Deutschland.

          Denn der Deutsche Fußball-Bund geht gleich mit zwei Bewerbungen ins Rennen. Zum einen kandidiert der DFB mit München für drei Gruppenspiele und ein Achtel- oder Viertelfinale. Zum anderen konkurriert er mit England um das Finalpaket mit den beiden Halbfinals und dem Endspiel.

          Kurios dabei: Die ganz große Lösung will Deutschland eigentlich gar nicht haben. Weil sich der DFB dazu entschlossen hat, sich für 2024 um die komplette EM zu bewerben, wäre die Ausrichterrolle für die Entscheidungsspiele vier Jahre zuvor eher kontraproduktiv.

          Rückzug des DFB möglich

          Gut möglich also, dass der Verband seine Bewerbung für das Finalpaket bei der ab 9.00 Uhr laufenden Abstimmung noch kurzfristig zurückzieht und die Kandidatur von England mit dem Wembley-Stadion in London unterstützt - wenn der englische Verband zusichert, Deutschland bei der Bewerbung für die EM 2024 Rückendeckung zu geben. Am Freitag hat der FA-Präsident Greg Dykenun in einem Interview angedeutet, auf eine Bewerbung zu verzichten. „Ich denke, wenn wir das Finale 2020 erhalten, ist es unwahrscheinlich, dass uns auch 2024 zugeteilt würde. Deshalb werden wir uns dafür nicht bewerben, wenn wir das Finale 2020 bekommen“, sagte der er der englischen Tageszeitung „The Guardian“ (Freitagausgabe). „Es könnte aber sein, dass wir in diesem Fall für 2028 bieten.“

          Schon für Donnerstag hatten einige Beobachter einen deutschen Rückzug erwartet, doch bei der Exekutivsitzung der Uefa in Nyon hielt sich DFB-Präsident Wolfgang Niersbach noch bedeckt. „Nein“, antwortete Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino am Vorabend der Entscheidung auf die Frage, ob der DFB für die Austragung des Finales bereits aus dem Rennen sei.

          Neben Deutschland und England hoffen 17 weitere Verbände, bei der übernächsten EM mit im großen Veranstalterboot zu sitzen. Dabei wittern auch Länder wie Aserbaidschan, Ungarn oder Wales die Chance, als Teilausrichter dabei zu sein. Zur Organisation einer kompletten EM wären sie nicht in der Lage gewesen.

          Und so ist man um 13.00 Uhr nicht nur in München und London gespannt, wie Uefa-Boss Michel Platini und die übrigen 16 Exekutivmitglieder abstimmen. Fest steht: So viele Gewinner wie in Genf hat es bei einer solchen Vergabe noch nie gegeben.

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