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Denk ich an Sport (17) : „Geh doch rüber und spiel Tennis!“

  • -Aktualisiert am

Wie erkennt man sportliches Talent? Zoran Petkovic Bild: Marcus Kaufhold

Zoran Petkovic ist Tennistrainer. Hier schreibt er über den Weg von einem bosnischen Bolzplatz zum Davis Cup, über seine beiden Töchter und die Frage: Wie erkennt man sportliches Talent?

          8 Min.

          Zoran Petkovic ist im bosnischen Tuzla im damaligen Jugoslawien als Sohn serbischer Eltern aufgewachsen. Mit elf war er bosnischer, mit zwölf jugoslawischer Schülermeister im Tennis. Mit 16 debütierte er im jugoslawischen Davis-Cup-Team. Mit achtzehn ging er mit einem Stipendium in die Vereinigten Staaten, studierte Marketing und kam auf Umwegen nach Deutschland und zum TEC Darmstadt, wo er seit fast 30 Jahren als Cheftrainer arbeitet. Als er beim TEC Darmstadt anfing, spielten dort dreißig Kinder im Verein, heute sind es zweihundert. Petkovic ist verheiratet und hat zwei Töchter: Andrea und Anja. Andrea spielt seit dreizehn Jahren auf der Profitour, ihre höchste Plazierung auf der Weltrangliste erreichte sie im Oktober 2011 mit Platz neun. Sein Beitrag zur Serie „Denk ich an Sport“ wurde aufgezeichnet von F.A.Z.-Sportredakteur Michael Eder.

          Denk ich an Sport, denke ich daran, wie es war bei uns in Tuzla, Bosnien. Wir hatten Glück, dort, wo wir wohnten, gab es einen öffentlichen Sportplatz. Der Basketballplatz und der Fußballplatz lagen nebeneinander. Wir spielten auf Beton mit unseren Straßenschuhen und haben Ärger mit der Mama bekommen, weil die Schuhe immer kaputt waren. Wir hatten wenig Geld. Mein Vater war Arbeiter, meine Mutter Hausfrau. Mit Sport hatten sie nichts zu tun.

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