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Denk ich an Sport (12) : „Ich vertraue meinem Körper wieder“

„So glücklich mit diesem einen, elektrisierenden Gedanken: Ich bin wieder da!“: Franziska Liebhardt Bild: Picture-Alliance

Vertrauen heißt: sich etwas trauen. Aber wer weiß wirklich, was hinter dieser Grenze auf einen wartet? Wer weiß denn genau, wie riskant das ist? Die nieren- und lungentransplantierte Paralympics-Siegerin Franziska Liebhardt über ihren Weg zum Mut.

  • -Aktualisiert am
          7 Min.

          Franziska Liebhardt hat sich als Physiotherapeutin auf die Neuro- und Sozialpädiatrie spezialisiert. Sie lebt und arbeitet in Würzburg. Dorthin war sie nach ihrem großen Erfolg als Sportlerin zurückgekehrt: Bei den Paralympics 2016 gewann die 1982 in Berlin geborene Franziska Liebhardt Gold im Kugelstoßen und Silber im Weitsprung. Elf Jahre vorher war bei der früheren Volleyballspielerin eine systemische Autoimmunerkrankung festgestellt worden. Die lebensbedrohliche Entwicklung machte 2009 eine Lungen- und 2012 eine Nierentransplantation notwendig. Die Erkrankung führte außerdem zu einer spastischen Lähmung, die sich auf die rechte Körperseite auswirkt. Wegen dieser Einschränkung wurde sie als Behindertensportlerin klassifiziert.

          Mit dem Wechsel vom VSV Würzburg zum TSV Bayer Leverkusen im Jahr 2014 setzte Franziska Liebhardt auf ein professionelles Training. In Zusammenarbeit mit ihrer Trainerin, der früheren Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius, schaffte sie den Sprung an die Weltspitze in ihrer Klasse. Schließlich gelang ihr vor drei Jahren in Rio der Triumph. Danach erhielt sie von Bundespräsident Joachim Gauck das Silberne Lorbeerblatt, die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik für Leistungen im Sport. Nach dem Rückzug aus der Arena Ende 2016 hat Frau Liebhardt ihr soziales Engagement erweitert. Sie gehört dem Vorstand des Frankfurter Vereins „Sportler für Organspende“ an. Ihr Beitrag zur Serie „Denk ich an Sport“ wurde aufgezeichnet von F.A.Z.-Sportredakteur Anno Hecker.

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