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Denk ich an Sport (8) : „Mein Kopf nennt sie Schattenkinder“

  • -Aktualisiert am

„Es kann, es soll, es darf nichts gewesen sein“: Ines Geipel Bild: Jens Gyarmaty

Ines Geipel war selbst Leichtathletin. Hier schreibt sie über Zwangs-Doping in der DDR, die Kinder der Opfer, die selbst zu Opfern wurden – und den Fortbestand der Medaillenproduktion und dessen Motto: Schwamm drüber!

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          Die Schriftstellerin Ines Geipel war eine begeisterte Leichtathletin. Mit der DDR-Staffel stellte sie 1984 einen Weltrekord über 4 × 100 Meter auf, zwang aber den deutschen Verband 2006, ihren Namen wegen der unfreiwilligen Einbindung ins Zwangs-Doping aus den Ergebnislisten zu streichen. Seit zwei Jahrzehnten kämpft die Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ für eine angemessene Anerkennung der Doping-Opfer, bis vergangenen Dezember als Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins.

          Denk ich an Sport, denk ich an Nele. Nele ist zehn. Vor zwei Jahren kam eine Frau mit roten Haaren in ihre Schule, stand mitten in der Sporthalle und schaute der Klasse bei den Turnübungen zu. „Die will ich haben“, sagte sie dem Sportlehrer am Ende der Stunde und zeigte auf Nele. Seitdem ist sie Turnerin und eine, die weiß, was sie will. Ihre schulischen Leistungen würden fortwährend besser, erklärt die Mutter stolz. Und überhaupt. Keine Trödeleien beim Essen mehr, keine blöden Mädchenticks, kein Handydaddeln. Mittlerweile trainiert Nele viermal drei Stunden die Woche, dazu Trainingslager und Wettkämpfe.

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