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DEL : Umzug nach Hamburg: Barons bald keine Bayern mehr

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München Barons: Vor dem Umzug nach Hamburg
          4 Min.

          Spätestens am Montag wird das Verwirrspiel ein Ende haben. Dann werden Einzelheiten über den DEL- Standort Hamburg auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Bereits gestern hatte die finnische Zeitung "Italehti" berichtet, dass der Bau- Unternehmer Harry Harkimo die Lizenz der München Barons erworben habe und damit mit einem Hamburger DEL- Team an den Start gehen werde.

          Harkimo ist einer der Bauherren der Color Line Arena, die im Herbst fertig gestellt wird und will dort neben dem Handball- Bundesligisten VfL Bad Schwartau auch Profi- Eishockey beherbergen. In Finnland betreibt er die europaweit beachtete Hartwall- Arena in der sein erfolgreicher Traditions- Klub Jokerit Helsinki zuhause ist.

          "Dann fahre ich halt Schwebebahn"

          Bei den München Barons wollte man die Nachricht weder bestätigen noch dementieren. Manager Max Fedra gab gestern erneut zu Protokoll „von nichts" zu wissen. „Es wird wohl noch verhandelt." Auch wenn er vor 14 Tagen die neue Halle, sowie die Ausweich- und Trainingsmöglichkeiten in Hamburg besichtigte, ist dem umtriebigen Fedra das Gesetz des Handelns ohnehin längst aus der Hand genommen worden.

          Die Entscheidung fällt in Dallas, dem Firmensitz der Anschütz Entertainment Group (AEG). "Wenn die sagen, wir ziehen nach Wuppertal, dann fahre ich halt Schwebebahn", zeigt Fedra Galgenhumor. Denn die Unterlagen für die Wirtschaftlichkeitsprüfung sollte nicht die Sport GmbH der Barons einreichen, sondern die Anschütz- Zentrale in Dallas.

          Kein Verkauf, nur Verleih der Barons Lizenz?

          Spekuliert wird darüber, dass die AEG ihre Lizenz an Harkimo verleiht oder den Finnen als gleichberechtigten Partner aufnimmt. Eine Übernahme- Summe von maximal zwei Millionen Euro steht dafür im Raum. Bedeutet: Die Lizenz- Unterlagen müssen aus München kommen, mit dem Wunsch des Spielortes Hamburg.

          Diesem Wunsch müssten auf einer Sondersitzung in den nächsten zwei Wochen drei Viertel der 15 DEL- Gesellschafter entsprechen. Augsburg und Schwenningen haben ihren Widerstand angekündigt. Den Low- Budget Teams würden Derbies mit München wegfallen und deutlich höhere Reisekosten entstehen. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich weitere DEL- Teilnehmer dem Umzugswunsch verweigern.

          Trotz Titel in München nie richtig Fuß gefasst

          Drei Jahren lang versuchte Anschütz mit den München Barons in der bayerischen Landeshauptstadt Fuß zu fassen. Der sportliche Erfolg war gigantisch: In der ersten Saison Meister, vergangenes Jahr Vize, zuletzt Halbfinalist.

          Gegen König Fußball vermochten die Barons wenig auszurichten. Die Zuschauerzahlen stagnierten und dümpelten um die 3000 herum. Auch das Sponsoreninteresse hielt sich in Grenzen. Einnahmen durch Catering in der Eishalle im Olympiapark durch einen langfristigen Vertrag anderweitig vergeben.

          „Posten für die Portokasse“

          Auch wenn es für den siebtreichsten Mann der Welt, Multimilliardär Phillip F. Anschütz, der berühmte Posten „aus der Portokasse" ist: 10 Millionen Euro Verlust in drei Jahren München Barons machen keinen Geschäftsmann glücklich.

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