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DDR-Dopingopfer : König und NOK streiten weiter

  • Aktualisiert am

Die frühere DDR-Schwimmerin Karen König Bild: dpa

Der Pilotprozeß um Schadenersatz wegen der Dopingpraxis in der DDR wird fortgesetzt. Eine Gütliche Einigung zwischen der klagenden Schwimmerin Karen König und dem Nationalen Olympischen Komitee ist gescheitert.

          Eine gütliche Einigung zwischen der ehemaligen DDR-Schwimmerin Karen König und dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) ist vor dem Landgericht in Frankfurt am Main am Freitag gescheitert. Wie es im Pilotprozeß um Schadenersatzforderungen wegen der Dopingpraxis in der DDR nach dem ersten Verhandlungstag weiter geht, will der Vorsitzende Richter Frowin Kurth 28. November bekannt geben.

          „Ich gehe davon aus, daß wir in die Beweisaufnahme eintreten werden. Es könne aber auch ein Urteil geben. Doch das ist weniger wahrscheinlich“, erklärte anschließend König-Anwalt Jens Steinigen aus Traunstein. Für den Fall einer Niederlage seiner 34-jährigen Mandantin, die nicht in Frankfurt erschienen war, kündigte ihr Rechtsbeistand sofort den Gang vor das Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt an.

          „NOK ist falsche Adresse für Vorwürfe“

          In dem Pilotprozeß verklagt Karen König das NOK auf rund 10.000 Euro Schadenersatz. Sie hatte zuvor „Veränderungen der Stimme und der Haut sowie Depressionen“ zu Protokoll gegeben, deren Ursache die Einnahme von anabolen Stereoiden sein soll. Gegen-Anwalt Günter Paul wiederholte, das NOK sei „die falsche Adresse“ für Ansprüche gegen die Sportführung der früheren DDR.

          Der Vorsitzende Kurth betonte, für das Gericht werde die Frage von vorrangigem Interesse sein, ob das NOK der DDR und sein Präsident Manfred Ewald „generell etwas mit dem Dopingkonsum zu tun hatten oder nicht“. Zudem sei zu bewerten, inwiefern das NOK bei der Vereinigung mit dem DDR-NOK neben dessen Vermögen von 5,4 Millionen Mark auch die Mitverantwortung für die Dopingpraxis übernahm, obwohl damals ausdrücklich festgelegt worden war: „Eine Rechtsnachfolge findet nicht statt.“

          2004 droht die Verjährung

          Überdies machte Kurth klar, daß als Grundlage für Ansprüche allein das Zivilgesetzbuch (ZGB) der DDR maßgebend sei. „Allerdings erfolgt dieser Rückgriff nicht schrankenlos“, fügte der Richter hinzu. Schließlich sei es nach dem ZGB schwer vorstellbar gewesen, daß das NOK der DDR für die Dopingpraxis belangt worden wäre.

          Laut Kläger-Anwalt Steinigen ist es auch ein vordringliches Prozeß-Ziel, die möglicherweise ab Juli 2004 drohende Verjährung sämtlicher Ansprüche zu vermeiden.

          Anschlußklagen bei Erfolg

          Bei einem juristischen Erfolg der Berlinerin hat der Verein Doping-Opfer-Hilfe (DOH) bereits mit einer Anschlußklage von 137 ehemaligen DDR-Athleten gegen das NOK gedroht. Für jedes Opfer sollen dann ebenfalls 10.000 Euro erstritten werden.

          Möglich wurde dieser erste Prozeß gegen das NOK durch ein Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) Frankfurt vom März dieses Jahres. Dabei hatten die Richter dem Antrag der Sportlerin auf Prozeßkosten-Hilfe stattgegeben. Zuvor war dies vom Frankfurter Landgericht abgelehnt worden.

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