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Internetportal Dazn : Angriff auf den „Gorilla“ am Sportmarkt

  • Aktualisiert am

Sperriger Name, große Ambitionen: Dazn-Vorstandschef James Rushton. Bild: dpa

Dass das Internetportal Dazn in Deutschland die Premier League zeigt, war ein erster Erfolg gegenüber dem Pay-Sender Sky. Nun schielt der neue Anbieter auf weitere Medienrechte. Geld ist jedenfalls genug da.

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          Seit August forciert das britische Medienunternehmen Perform Group mit dem Internetportal Dazn seine Präsenz als Sportkanal. Und die Briten wollen noch mehr Geld investieren, um attraktive Medienrechte für den deutschsprachigen Raum zu kaufen – am liebsten Fußball und Formel 1. „Was immer auf den Markt kommt, wir werden sehr aggressiv vorgehen“, sagt Vorstandschef James Rushton.

          Genug Geld ist nach seinen Angaben in der Kasse: „Absolut. Keine Sorge. Wir sind sehr gut finanziert.“ In Deutschland hat das Portal mit dem sperrigen Namen bisher nur einen kleineren Coup gelandet und der Senderplattform Sky die Pay-TV-Rechte für die englische Premier League im Fußball weggeschnappt. Doch die Dazn-Manager planen langfristig und setzen nach dem Erfolg von Netflix und ähnlichen Streaming-Diensten mit Serien und Filmen auf den Sport.

          Der erste große Deal gelang dem Neuling, dessen Mutterkonzern schon länger im Sportrechtemarkt aktiv ist, in Japan. Rund 2 Milliarden Euro kostete das exklusive Rechtepaket der J-League, der dortigen professionellen Fußballliga. So soll es weitergehen. Hinter der Perform Group steht der Mehrheitseigner Access Industries. Hier handelt es sich um eine amerikanische Beteiligungsgesellschaft, die vom russischstämmigen Milliardär Leonard Blavatnik im Jahr 1986 gegründet wurde.

          Zum Access-Konglomerat gehört auch die Warner Music Group. Vorstandschef Rushton hebt weitere Beteiligungen der Anteilseigner an den Musikdiensten Spotify und Deezer hervor. „Der Access-Vorstand hat gesagt, Dazns Business wird finanziert auf einer Basis von zehn bis zwölf Jahren.“ Zur Perform Group gehören auch die Internetportale Goal.com, Spox.com und Sportal.de sowie Opta Sports (Datenerhebung).

          Dazn blickt auf die Champions League

          Der neue Pay-Anbieter ist in Deutschland vor allem ein Konkurrent von Sky, dem mehr als 25 Jahre um Gewinne ringenden Medienunternehmen aus dem Reich des Medientycoons Rupert Murdoch. Sky sei der „Gorilla“ im Markt, sagt Rushton. Aber er sieht auch die Deutsche Telekom und Amazon als Wettbewerber um attraktive Sportinhalte.

          Noch fehlen dem Streaming-Portal im deutschsprachigen Raum allerdings die großen Rechte. Für die Bundesliga besitzt Dazn von der kommenden Saison an ein kleines Paket für Kurzzusammenfassungen eine Stunde nach Schlusspfiff der Partien. „Wenn wir wirklich an den Markt glauben, müssen wir uns die großen Rechte schnappen, ob das Champions League, Formel 1 oder Ski ist“, sagt Rushton. Er ist überzeugt, dass sein Unternehmen in den nächsten Jahren eine „sehr große Rolle“ spielen wird.

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          Attraktiv sind vor allem die Pay-TV-Rechte an der Champions League, die noch ein Jahr bei Sky läuft. Die Europäische Fußball-Union bereitet derzeit die Vergabe der Rechte für weitere drei Jahre an der Champions League vor. Rushton kündigt an, mitverhandeln zu wollen um die europäische Meisterliga. „Um zu sagen, wie wir bieten werden, müssen wir aber zuerst die tatsächlich ausgeschriebenen Pakete sehen.“

          Neben Fußball ist Motorsport ein großes Thema. „Die Formel 1 ist immer sehr interessant. Wir strahlen sie in Japan bereits auf Dazn aus, also sind wir jetzt schon Partner“, sagt Rushton. „Und das Schöne an der Formel 1 ist, dass sie die Menschen vor allem in Deutschland sehr intensiv verfolgen.“ Die Rechte sollen bald vom neuen Besitzer der Rennserie, dem amerikanischen Medienkonzern Liberty Media, angeboten werden.

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