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Daviscup : Mit Schüttler beginnt die Ära Stich

  • Aktualisiert am

Freunde und Konkurrenten: Michael Stich und Niki Pilic Bild: dpa

Rainer Schüttler eröffnet am Freitag für das deutsche Daviscup-Team beim Duell gegen Kroatien den sportlichen Teil der Ära Michael Stich.

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          Rainer Schüttler eröffnet am Freitag (12.00 Uhr/live in der ARD) für das deutsche Daviscup-Team den sportlichen Teil der Ära Michael Stich. Der Bad Homburger, der nach der Absage von Thomas Haas Deutschlands Nummer eins ist, muss zum Auftakt des Erstrundenmatches gegen Kroatien in Zagreb gegen Ivan Ljubicic ran.

          Das ergab die Auslosung im feinen Hotel Opera in der kroatischen Hauptstadt. Anschließend tritt Nicolas Kiefer gegen Wimbledon-Sieger Goran Ivanisevic an. Für das Doppel am Samstag (13. 00 Uhr) hat Kapitän Stich David Prinosil und Michael Kohlmann für das Duell mit Ivanisevic/Ljubicic nominiert. Die Begegnung endet am Sonntag (12.00 Uhr) mit den Spielen Schüttler gegen Ivanisevic und Kiefer gegen Ljubicic.

          Stich vermittelt Selbstvertrauen

          „Ist doch egal, wer uns mit 1:0 in Führung bringt“, meinte Stich zur Auslosung. Seinen Spielern versucht er, seit Trainingsbeginn am Montag Selbstvertrauen zu vermitteln, redet mit ihnen und baut sie auf.

          „Je mehr Nicolas Kiefer von außen eine Krise eingeredet wird, desto mehr glaubt er schließlich selbst daran“, sagte Stich, „aber Nicolas hat hervorragend trainiert, er ist heiß auf die Matches, er will sich hier beweisen.“ Der Hannoveraner kann es auch kaum erwarten: „Das ist hier eine große Chance für mich. Schlimmer als es zuletzt war, kann es nicht mehr werden.“

          Neuanfang für Kiefer gegen Ivanisevic

          In Ivanisevic steht ihm nun allerdings vor 3.500 lautstarken Fans der kroatische Volksheld gegenüber. 0:2 lautet die Matchbilanz aus Kiefers Sicht und die Partie wird auf einem mittelschnellen Greenset-Belag ausgetragen, auf dem Ivanisevic angeblich noch nie ein Daviscup-Spiel verlor.

          „Meine Erfahrungen mit Goran sind nicht gut“, räumte „Kiwi“ ein, „aber es ist jetzt für uns alle ein Neuanfang hier. Da sollte man nur nach vorne schauen.“ Ivanisevic immerhin hat Respekt: „Kiefer und Schüttler sind sehr gute Spieler und im Daviscup ist alles möglich.“

          Schüttler braucht gute Returns

          Dennoch kommt dem Auftaktmatch zwischen Schüttler und Kroatiens Nummer zwei Ljubicic möglicherweise schon vorentscheidende Bedeutung zu. 1:1 lautet die Bilanz des Hessen gegen seinen 22 Jahre alten Gegner. Zuletzt gewann Schüttler im Jahr 2000 in Wimbledon gegen ihn.

          „Ljubicic serviert sehr stark, ich werde sehr gut returnieren müssen“, weiß der Deutsche über sein Gegenüber, der in der aktuellen Weltrangliste als 33. zehn Plätze höher notiert ist. Returns und Passierschläge waren neben der Seelenmassage fürs Selbstvertrauen deshalb auch ein Schwerpunkt in der Trainingsarbeit der letzten Tage.

          Lehrer Pilic trifft Musterschüler Stich

          Erst einmal standen sich Deutschland und Kroatien gegenüber. Für Deutschland waren beim 4:1-Erfolg in Karlsruhe Michael Stich und Boris Becker aktiv. Niki Pilic saß als Kapitän auf der deutschen Bank und für Kroatien spielte damals ebenfalls Goran Ivanisevic.

          Jetzt ist der Wahlmünchner Pilic seit zwei Jahren für sein Geburtsland als Kapitän tätig und trifft seinen Schüler Stich als Kontrahenten an. „Er ist für das deutsche Team sicherlich eine hervorragende Lösung“, meinte Pilic, „er kann sich in die Spieler hineinversetzen und will dabei nicht selbst im Mittelpunkt stehen.“

          Bei den Trainingseinheiten begegneten sich beide stets freundschaftlich, scherzten und sprachen miteinander. Doch am Wochnende hört die Freundschaft auf, jeder will gewinnen. Ob Michael Stich etwas von den Coachingmethoden des Wahl-Münchners übernommen hat, ist jedoch zweifelhaft. „Niki hat während eines Matches nicht viel gemacht, aber er konnte uns glänzend motivieren“, sagt Stich.

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