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Davis Cup : Deutschland vor dem Aus

  • Aktualisiert am

Gratulation an den Sieger: Michael Stich und Niki Pilic Bild: dpa

Nach einer glatten Drei-Satz-Niederlage im Doppel stehen die deutschen Tennis-Herren vor dem Davis-Cup-Aus. Gegen Kroatien liegt das Team nun mit 1:2 zurück.

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          Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft steht beim Daviscup in Kroatien vor den letzten beiden Einzeln am Sonntag mit dem Rücken zur Wand.

          Nach einer durchwachsenen Vorstellung kassierten David Prinosil und Michael Kohlmann im Doppel eine 4:6, 4:6, 5:7-Niederlage gegen Goran Ivanisevic/Ivan Ljubicic. „Es hat sich nichts verändert. Noch ist nichts verloren“, meinte Kapitän Michael Stich.

          Abstiegsrunde droht

          Die Mannschaft des früheren deutschen Kapitäns Niki Pilic ging mit 2:1 in Führung und muss aus den abschließenden Matches von Rainer Schüttler gegen Ivanisevic und Nicolas Kiefer gegen Ljubicic nur noch einen Punkt holen, um das Viertelfinale gegen Argentinien oder Australien zu erreichen.

          Kapitän Michael Stich und sein ohne Daviscup-Verweigerer Thomas Haas angetretenes Team müssen sich dagegen mit dem Gedanken an die Abstiegsrunde anfreunden, die Ende September gegen einen noch auszulosenden Gegner ausgetragen wird.

          Deutsches Duo zu ängsltich

          „Heute hat es nicht geklappt“, sagte ein enttäuschter David Prinosil. „Ich hoffe, dass die Jungs morgen die Punkte holen.“ Prinosil/Kohlmann standen vor 3.500 Zuschauern im Dom Sportova vor einer letztlich unlösbaren Aufgabe. Gegen die kroatischen Aufschlag- Riesen hätten sie sich keine Schwäche leisten dürfen. Dabei hielten die beiden Außenseiter phasenweise prächtig mit. Nur wenn es darauf ankam, ließ sie der Mut vor der eigenen Courage im Stich.

          So auch im 1. Satz, als sich beim Stand von 4:4 die Chance bot, ausgerechnet das Service des „Herrn der Asse“ Ivanisevic zu durchbrechen. Doch zunächst verpasste es Kohlmann ängstlich, den Breakball zu verwandeln. „Das nehme ich auf meine Kappe“, so Kohlmann: „Das war schlecht, ganz klar.“ Die Strafe folgte auf dem Fuße, denn prompt musste der Amberger Prinosil seinen Aufschlag und damit Durchgang 1 abgeben. „Ich habe kein erstes Service ins Feld gebracht“, ärgerte sich Prinosil.

          Schüttler muss Ivanisevic schlagen

          Im 2. Satz reichte den Gastgebern wiederum ein schwaches Aufschlagspiel der Deutschen. Diesmal war es Kohlmann, der dem Gegner die 2:0- Satzführung gestattete. Die deutsche Mannschaft verlor hinter der grünen Bande zusehends den Glauben an eine Überraschung ihres Duos.

          Die verbale Unterstützung erlahmte dennoch nicht - die Stimmung und der Zusammenhalt stimmten auch in der Niederlage. Kapitän Stich gab gleichfalls gestenreich und stimmgewaltig alles, das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Aber der unbändige Kampfgeist des deutschen Zufalls-Duos, das bislang nur einmal, im Vorjahr eine Runde in Key Biscayne, zusammen gespielt hat, reichte nicht, die spielerischen Mängel auszugleichen.

          Die Kritiker, die statt des für den verletzten Haas-Ersatz Alexander Popp nachnominierten Kohlmann lieber Kiefer als Prinosil-Partner gesehen hätten, sahen sich bestätigt. Für Schüttler und Kiefer begann nach dem verlorenen Matchball eine unruhige (Vorbereitungs-)Zeit. „Goran schlägt sensationell auf. Ich muss den Ball gut returnieren, dann habe ich auch gegen ihn eine Chance“, so Schüttler. Und der ungewohnt selbstkritische Kiefer hofft, im Schlusseinzel gegen Ljubicic den entscheidenden dritten Punkt holen zu können und sich aus der spielerischen Krise endgültig zu befreien. „Er ist auf dem richtigen Weg“, meinte Stich.

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